Das glückliche Leben

Persische Gattin

Aus den Erzählungen meiner Schwiegermutter

Das glückliche Leben von Agha Said

Am meisten Glück hatte Said. Als er zum Dienst, als Soldat in die Armee ging, wurde er ein Adjutant  des Offiziers. Es war gut-  er hat eingekauft, Essen gekocht und auch gut selbst dabei gegessen. Aus dem Geld, was er zum Einkaufen von dem Offizier bekommen hat, hat er etwas für sich selber behalten. Und, als er den Dienst beendet hatte, hatte er Tee, Kleidung und sehr viel Geld aus der Armee mitgebracht. Alle, die zum Dienst gehen, bekommen Geld vom Vater oder Mutter, da gibt es kein Fleisch zum Essen – „ich will kein Soldaten-Fraß essen” – sagen sie. „Ich mag diese Soldaten- Kleidung nicht. Die Soldatenstiefel sind nicht gut genug für mich, sie stinken und sind unbequem, einfach schlecht. Ich will schöne Schuhe aus gutem Leder„. Das Geld vom Vater zu Hause kriegen sie, gehen und kaufen was Gutes. Said hat es nicht so gemacht. Said hat gesagt: „alles was da ist, ziehe ich an”. Er war ja bei den Offizieren, er hat da gute Klamotten, Schuhe und Essen gekriegt. Geld hat er auch in seine Tasche gesteckt, ging zum Einkaufen, er hat für 5 Tuman eingekauft und zu dem Offizier gesagt: Agha, ich habe für 6 Tuman eingekauft. Einen Tuman hat er an sich genommen, er war geschickt, und hatte Glück.

Als Said aus der Armee zurück gekommen ist, war er ohne Arbeit. Ich bin arbeitslos, was soll ich denn machen? – fragte er Agha Jun – meinen Mann. Agha Jun meinte - ich wusste da eine Arbeit für dich, da ist ein Platz, welchen man mieten konnte.

Und Said hat in den leeren Räumen in einem Krankenhaus einen kleinen Cafe aufgemacht mit Tee, Säften, Plätzchen, Schokolade. Geld kam und kam, sehr gutes Geld kam. Alles hat er sich gekauft, ein Haus, im Dorf, es ist ein sehr schönes Haus, groß und sehr schick, in der Stadt, in Teheran, hat er ja auch ein Haus.

Jetzt wollte Said nur eins –  eine Frau. Er hat eine Frau genommen, sie hieß Mariam. Kurz nach der Heirat hat er sich vor ihr scheiden lassen, weil es böse Gerüchte über sie gab, sehr böse Gerüchte, und dann wollte er sie nicht. Er sagte zu ihr: du bist meine Frau geworden, aber vorher bist du keine Jungfrau gewesen. Schon vorher hat dich jemand angefasst.

Dann hat Said Sudobe zu Frau genommen. Wie alt war sie damals? Ich habe ihre Mutter gefragt –  wie alt ist sie denn, Ihre Tochter? Sie war ja noch so klein. Die Mutter meinte: sie ist 15. Said war eine gute Partie, hatte Geld, war jung, sehr tüchtig, die Mutter wollte ihn unbedingt für ihre Tochter. Said hat sie schon vorher im Dorf gesehen, als sie Wasser geschöpft oder Pfirsiche gepflückt hat. Dann haben sie sich auch angeschaut, bei der Hosstegori,  Said hat einmal zu ihr geguckt, und sie hat auch zu ihm ein Mal geguckt. Sudobe meinte - das wird ein guter Ehemann werden, ich heirate ihn , ich liebe ihn. Said meinte - ich will das Mädchen auch! Dann haben sie geheiratet. Ich selbst habe die Braut zum Friseur geführt, und geschminkt habe ich sie selbst. Sehr hübsch ist alles geworden. Und auch in dieser Nacht, in der Hochzeitnacht, haben sie ein Kind gemeistert, aber niemand wusste davon. Dann haben sie in Teheran gewohnt, sie wurden unsere Nachbarn. Eines Tages ist Said  zu uns gekommen, und schrie: Hanum wo bist du – lauf, ich flehe dich an, lauf!!! Was ist? – habe ich gefragt. -  Sudobe, die Wehen haben eingesetzt! Said – habe ich gesagt - du machst Witze, und solchen Spaß verstehe ich nicht! Aber Said schrie wie verrückt: Steh auf, steh auf, schließ die Tür und komm! Ich habe gesagt – gehen wir zum Arzt, schauen wir, ob sie wirklich schwanger ist

In einer Stunde schon war das Kind auf der Welt. Ich habe gelacht: wann habt ihr denn geschafft dieses Kind zu machen?

Das Kind war so klein, so klein, wie eine Katze, die Äugelein zu, 1 Kilo hat es gewogen. Ich sagte – Jo Hossein, und wer wird es pflegen? Said meinte – Gott hat es gegeben, Gott kümmert sich schon, selbst wird es heranwachsen.

Ah nein – schrie ich auf – da muss man sich kümmern, es ist viel Arbeit! Sudobe war ja ein Kind, und hatte keine Übung! Dann habe ich mich gekümmert, habe Medizin gegeben, und der Kleine geng, geng, geng, hat die ganze Zeit geweint.

Said sagte – wir nennen ihn Habib – und dann zu mir: er gehört dir! Ziehe ihn groß! Acht Monate habe ich alles bei ihm gemacht, Tag oder Nacht, habe ich ihn gebadet, Vitamine gegeben, Lieder gesungen. Er hat gut gegessen, ist dick und robust geworden.

Nun hat Said ein großes Haus, Grund, Obstgarten. Und mit Sudobe hat er ja nur Habib – ein Kind, welches schon 10 geworden ist. Alle haben gefragt, wieso kommt kein zweites Kind? Man muss zwei Kinder haben. Und alle haben spekuliert: bestimmt ist Sudobe krank, dass sie kein Kind mehr bekommt. Wenn Said eine weitere Frau nimmt, stellt sich schon heraus, wer krank ist – Sudobe oder er selbst.

Zwei Frauen

Der Arzt hat behauptet, keine von Beiden hat ein Problem. Aber wenn Du mich fragst, der Said  wollte einfach eine Frau, ja – eine neue Frau. Und er hat das Mädchen Suhila genommen. Es verging ein Jahr, dann ein zweites – und kein Kind ist gekommen. Said hat endlich verstanden, er ist derjenige, der ein Problem hat. Und der Arzt hat es bestätigt und meinte zu Said: Sie haben einfach nur ein Ei. Ein Einziges Ei.

Also hat Agha Said zwei Frauen und einen Sohn. Und er sorgt für sie, sie haben es gut, essen gut. Sie haben ein gutes Leben.

Nächste Woche – Ein Ausflug in den Iran!

Informacje o ewamaria2013

Polska pisarka w Berlinie
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