No ruz

Drogie Czytelniczki & drodzy Czytelnicy. Wiosna nie przyszła, i za Koszałkiem Opałkiem stwierdzamy, że w ogóle nie przyjdzie, ale mimo to składamy Wam życzenia ciepłych i pogodnych świąt Bożego Narodzenia! No oczywiście – Wielkiej Nocy. Ah, whatever…

Liebe LeserInnen – Alles Gute zu Weihnachten, o, pardon, zum Ostern!

Persische Gattin

NO RUZ – persisches Neues Jahr

Wie bei uns Ostern

No Ruz ist das wichtigste persische Fest. Es  hat mit unserem Silvester und Neujahr-Feierlichkeiten nicht viel gemeinsam, vielmehr erinnert es an Ostern. Vielleicht aus dem Grund, dass es auch in Frühling gefeiert wird.

Schon Wochen vor No Ruz, an dem Tag, an welchen der Schnee geschmolzen ist, wird Korsi abgebaut. Korsi ist eine Art Feuerstelle. In einem eisernem Behälter brennen Holzkohlen, drüber stellt man einen niedrigen Tisch. Auf den Tisch legt man einen riesigen Teppich, etwa 4 Meter mal vier Meter groß. Früher war das die einzige Wärmequelle in dem ganzen Haus. Mein Mann erzählt, dass er sich auf Korsi immer sehr gefreut hat. Nach der Schule rannte er, so schnell, wie er nur konnte, und das erste, was er, zu Hause angekommen, gemacht hat, war unter das Teppich zu schlüpfen. Im Haus betrug die Temperatur etwa 10 Grad, unter dem Teppich, dank Korsi, war es mollig warm. Aber vor No Ruz muss Korsi abgebaut werden, egal wie das Wetter spielt. Gleich im Anschluss wird Hune Tekuni gemacht. Hune Tekuni bedeutet – das Haus durchschütteln. Die Frau trägt alle Möbel nach draußen, die werden im Hof gründlich gewaschen, im Haus werden Fenster geputzt, Fußboden geschrubbt, wie in Polen vor Ostern, erst dann dürfen die sauberen Möbel wieder rein. Meine Schwiegermutter hat sich auf diese Weise Rheuma geholt, weil sie die Möbel und Hausgegenstände draußen bei den Temperaturen um den Gefrierpunkt, mit kaltem Wasser gewaschen und geputzt hat. Aber es ist eine der wichtigsten Traditionen in Iran und, unbeachtet der Verluste, muss sie durchgeführt werden.

Am meisten freuen sich die Kinder 1

Immer am Mittwoch vor dem Tag an welchem No Ruz gefeiert wird, werden Feuerwerks veranstaltet  und Feuer angezündet. Anders als in Deutschland, wo meistens ein großes Osterfeuer brennt, zünden die Iraner kleinere Feuer an, um drüber springen zu können –  diese Tradition ist auch in Polen bekannt (obwohl zu anderen Zeitpunkt). Auf diese Weise wollen die jungen Männer ihren Mut beweisen, und sich Gesundheit und das Wohl erkaufen, denn bei jedem Sprung wiederholt man eine magische Formel: Sardije man az to, Sorhije tora be Mane. Das Gelbe soll mit Dir (mit dem Feuer) verschwinden, das Rote zu mir kommen. Das  Gelb  symbolisiert in diesem Fall, das, was verwelkt, ungesund oder alt ist, und das Rote – das Neue, Vitale, Gesunde.

Festliches Essen

Zum No Ruz gehört auch Adschile Moszkel bosza – ein Teller mit Kernen und Nüssen –  man soll die mit Bedacht kauen und bei dieser ruhigen Tätigkeit, über die eigenen Probleme nachdenken bis man eine Lösung findet. Zu den bekanntesten persischen No Ruz Traditionen gehört auch Sabsi – Grünzeug – man tut auf flache Teller Wasser, schüttelt die Samen von Sabsi darauf und bedeckt sie mit einem Küchentuch. In zwei Tagen nimmt man das Tuch ab. Nun wächst Sabsi. Die Teller stellt man auf den Festtisch, sie sollen das neue Leben und den Neuanfang symbolisieren. Auch das kennen wir aus Polen – bei uns wächst die Kresse. Früher hat man große Wasserkannen mit Jute umwickelt, und da die Samen eingepflanzt, im Effekt sind grüne Wasserkannen entstanden, die wie lebende, wachsende und sich ständig ändernde Kunstwerke ausgesehen haben.

Sofre - Tischdecke auf dem Teppich ausgebreitetAm Tag des No Ruz Festes legt man eine festliche Decke auf den Tisch, oder breitet man sie auf dem Teppich aus. Darauf müssen  die Haft Sin – die sieben Sachen, die mit S anfangen, stehen (ähnlich wie bei Weihnachten in Polen- auf den Tisch müssen die vorgeschriebenen 12 Speisen). Es sind: Sabsi -Grünzeug, Sir – Knoblauch, Seke – Goldstück, Samanu – gemahlenes Getreide, Serkhe – Essig,  Sendschet – eine Art Maulbeeren, Sib – Äpfel. Ansonsten werden Lammfleisch, Reis und Tomaten gegessen. Viele Iraner glauben an Vorhersagen – auf die festliche Decke legt man einen Spiegel und auf den Spiegel ein Ei. Aus den Bewegungen des Eis kann man die Zukunft deuten.

No Ruz kommt um den 20 März, die Uhrzeit ist aber jedes Jahr unterschiedlich und wird durch die Position der Sonne und des Mondes zueinander bestimmt. Manchmal kommt der No Ruz tagsüber, manchmal nachts. Falls es nachts passiert, weckt man die Kinder und entweder schenkt man ihnen nagelneue Scheine, oder sie finden sie unter dem Kopfkissen. Vor dem No Ruz erleben die persischen Banken einen wahren Sturm, da die Erwachsenen die neuen, nicht geknickten und nicht abgenutzten Geldscheine massenweise holen.

Am meisten freuen sich die KinderAm ersten Tag des Neujahrs besuchen die jungen Familienmitglieder die Älteren. Es ähnelt einem Marathon, durchschnittlich statten an diesem Tag die jungen Iraner bis zu zehn Besuche ab. Obligatorisch werden Nüsse, Süßigkeiten und Tee serviert. Derjenige, der als Erstes eine Familie besucht, bringt mit sich Glück oder Unglück ins Haus. Falls jemand in der Familie stirbt, oder die Familie Geldprobleme bekommt, wird dessen, im Stillen natürlich, derjenige beschuldigt, der am No Ruz, als Erster zum Besuch war.

261px-HajjiFiruzDie Iraner haben auch eine Figur, die für No Ruz charakteristisch ist, wie wir den Hasen zum Ostern, oder den Weihnachtsmann zu Weihnachten. Die Figur heißt Hadsch Firuz und es ist ein Mann mit schwarzer Haut und rotem Gewand, wie früher die persischen Könige. Hadsch Firuz geht am No Ruz durch die Straßen und singt. Wenn die Iraner ihn kommen sehen, rennen sie nach draußen, und beschenken den Hadsch Firuz mit Geld. Interessant ist, dass den Titel „Hadsch” nur die Menschen tragen dürfen, die eine Pilgerreise nach Mekka absolviert haben. Für Firuz ist es jedoch nur ein Höflichkeitstitel.

An dem 13 Tag nach No Ruz darf man nicht zu Hause bleiben. Die Iraner glauben, dass es Unglück bringt und gehen picknicken. Die einzigen, die an diesem Tag arbeiten, sind die Diebe, denn sie genau wissen, dass an diesem Tag die Häuser leer stehen. Im Grünen kochen die Frauen Tee und bereiten Essen zu, die Männer spielen Karten. Es sieht etwa so aus, wie im Sommer in Berlin in dem Tiergarten, wenn die türkischen Familien, auf den Decken sitzend, die freien Nachmittage verbringen. Mit einem Unterschied – in Iran muss der Picknickplatz sich in der Nähe eines Baches mit fließendem Wasser befinden. Ein alter, persischer Brauch besagt, dass die jungen, unverheirateten Mädchen an diesem Tag Sabsi – grüne Pflanzen, miteinander zu einem Knoten gebunden, ins Bach werfen sollen, und sagen siszde bedar, soale digar, huneje schohar –  lass mich am dreizehnten Januar, nächstes Jahres, im Haus meines Ehemannes sein. Sie glauben der Wunsch nach einer Ehe wird auf diese Weise in Erfüllung gehen.

Nächste Woche ein Text über die iranische Ehe und Familienleben.

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