Ein Ausflug in Iran II – Isfahan und weiter

Persische Gattin weiterhin unterwegs in Iran.

ISFAHAN…

… war früher die Hauptstadt Persiens, dann zogen die Monarchen um, da die Müllberge und Gestank unerträglich wurden. Heutzutage hat Isfahan etwa 2 Millionen Einwohner und ist einer der schönsten Städte in Iran. Vor allem beeindruckend ist der Blaue Moschee.

Isfahan 2Isfahan 3Es wird hier nicht mehr gebetet, das Gebäude ist eine Touristenattraktion. Der Moschee hat eine unglaubliche Akustik, ich habe da einen Muezzin singen gehört, die Stimme hallte in dem Raum, pralle gegen die blaue Kuppel, wie gegen den Himmel und kam tausend mal stärker zu uns, den Sterblichen zurück. Ich hatte Gänsehaut und, obwohl ich nicht nah am Wasser gebaut bin, Tränen in den Augen. Auf dem großen Platz vor dem Monarchen-Palast picknicken die Iraner oft oder spazieren. In kleinen, gemütlichen Geschäften wird das iranische Handwerk verkauf.

Isfahan 4

Isfahan 1

Turme 1Die wackelnden Türme

Am Rande von Isfahan kann man ein Gebäude mit zwei Türmen bewundern. Jede volle Stunde steigt ein Mann auf ein der Türme um mit ihm zu wackeln. Der zweite Turm wackelt mit. Bis heute zerbrechen sich die Architekten den Kopf, wie das wohl möglich ist. Ich beneide nur den Turm-Angestellten nicht. Gefragt: was machst Du beruflich? – ist er gezwungen zu antworten: ich wackele die Turme. Hmmm… Wenn man aufmerksam schaut, erkennt man in dem rechten Turm das weiße T-Shirt des Mannes.

Turme 3

NAQSCH-E-ROSTAM

In der Nähe von Persepolis befinden sich im Fels gemeißelte Gräber von Darius II, Artaxerxes, Darius I und Xerxes I. Die Größe überwältigt!

Gräber 4

Gräber 3Unter diesen Herrscher erstreckte sich das persische Reich bis zum Donau. Interessant ist, dass die persischen Monarchen die eroberten Völker nicht versklavt haben. Sie durften weiter ihre Religion praktizieren und die Sprache, Kultur und traditionellen Bräuche erhalten. Das einzige, was sie abgeben mussten, war ein Teil der Ernte, Gold und Wasser. Die Herrscher der späteren Römischen Reiches, zum Beispiel, waren da ganz anders drauf. Am Rande der archäologischen Städte – die Kamele, vor allem russische Touristen machen Fotos mit den Tieren, oder wagen einen Ritt.

Kamel 1

Kamel 2

PERSEPOLIS

Persepolis wird auch Tacht-e-Djamshid genannt (also Thron der Djamshid). Djamshid war ein König der Persischen Frühzeit, der über alle Bestien, Dämonen und Engel der Welt herrschte. Persepolis wurde von Darius den Großen gegründet (etwa 500 vor Christus). Die Stadt überwältigt, vor allem wegen ihrer Größe.

Persepolis 1Persepolis 2Persepolis 3Was mich erstaunt hat, war der Umgang der Kolonialmacht – England mit den gigantischen Skulpturen. Auf den Sockel kann man einmeißelte Namen der britischen Übersee-Kompanien sehen. Außerdem auch private Personen kritzeln ihre Namen auf die Sockel, diese Kritzeleien, vor allem in russischen und englischen Sprache verunstalten die Kunstwerke. Auch die Iraner steigen auf die Kunstwerke, um sich in beeindruckenden Posen zu fotografieren. Die Wächter sind mit Trillerpfeifen ausgestattet und weisen die unartigen Besucher zurecht. Und so erklingt in Persepolis, in regelmäßigen Abständen, ein klirrender Ton der Trillerpfeife.

Persepolis 4In der Nähe befindet sich ein sehr teures und ziemlich schlechtes Restaurant. Das Essen ist ungenießbar (was in Iran wirklich eine Ausnahme ist), aber es lohnt sich vorbeizuschauen, denn im Hof des Restaurants kann man diese exotischen Vögel bewundern.

YAZD…

… liegt im Zentrum Irans, fast genau in der Mitte. Es ist eine Oasen-Stadt von Wüsten umgeben, und für mich die schönste Stadt in Iran. Die Häuser der Medina (die Mitte), wurden in Mittelalter und zwar aus Ton gebaut. Dieses fragile Material fordert ständige Renovierungsarbeiten. Vor dem Moschee steht eine gewaltige Holzkonstruktion.

Yazd 1Am Tag des Todes Imams Husseins heben die starke Männer die Konstruktion und tragen in einer Prozession durch die Stadt. Je schwerer und größer die Konstruktion, desto besser, denn sie symbolisiert den Märtyrer Tod von Imam Hussein.

Yazd 2
Beeindruckend sind die Dächer von Yazd. Die Turme auf den Dächer heißen Bot-Gir (Wind-Fang), und sind eine Art Klimaanlage. Der kühle Wind wird gefangen, die Luft nach unten transportiert, das Gebäude mit der kalten Luft gekühlt, die erwärmte Luft steigt wieder durch den Bot-Gir nach oben.

Yazd 6

Dies war früher ein typisches Haus reicher Menschen, heutzutage befindet sich in diesem Haus ein Museum und zahlreiche Geschäfte mit Keramik. Auch solche Bilder findet man in Yazd.

Yazd 4Yazd 5

Yazd 5Die Menschen in Yazd sind sehr freundlich und sehr religiös, aber auch mutig. Nur in Yazd habe ich auf der Fassade eines Hauses Parolen gesehen, die die Regierung kritisierten.

Und zum Schluß

Es ist nicht schwer ein Visum für den Iran zu bekommen. Man muss über ein Reisebüro eine Reisenummer bei dem Außenministerium in Teheran beantragen, die Nummer wird der Iranischen Botschaft in Berlin mitgeteilt, dann kann man ein Visum beantragen (man braucht ein Foto für das Visum), Kosten etwa: 50 Euro. Ein Rat für die Eheleute – Eine Heiratsurkunde muss man dabei haben, sonst wird es schwierig in einem Zimmer in Hotels zu übernachten. Und die Damen: ein Kopftuch ist Pflicht in Iran!

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Informacje o ewamaria2013

Polska pisarka w Berlinie
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2 odpowiedzi na „Ein Ausflug in Iran II – Isfahan und weiter

  1. Anne Schmidt pisze:

    In der letzten Ausgabe von chrismon wird eine Reise in den Iran angeboten. Ich glaube, ich könnte nicht gefahrlos einreisen, weil ich bei einer Demo geg. den Besuch eines iran. Diplomaten hier in Berlin, ein Interview gegeben habe, das im TV im Iran übertragen wurde. Außerdem unterstützen wir den Menschenrechtsverein Iran, der sich für die Oppositionellen in liberty u.a. einsetzt. Anne

    • ewamaria2013 pisze:

      Liebe Anne, ich habe auch vor Jahren Solidarität-Veranstaltungen für iranische Flüchtlinge organisiert – die engagierten Menschen tun halt solche Sachen. Ich fahre auch nicht in Iran – wie du, obwohl ich liebesgern Isfahan sehen möchte, so wie der Gregorius, der Hauptprotagonist des Romans (und Films) „Der Nachtzug nach Lisabon” von Paul Mercier. Obwohl im Film gibt es diesen alten Traum von Gregorius überhaupt nicht. Nur im Buch gibt es diese Szenen in alter Schule, wo Gregorius sich Bilder aus Isfahan auf die Wand geklebt hatte. Manchmal träume ich ja auch davon, dass ich für ein paar Stunden in diese magische Stadt gereist bin.

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