Strümpfe stopfen

Do moich polskich Czytelników – we wpisie jest mowa o cytacie z powieści Henninga Mankella Piąta Kobieta. Cytat dotyczy cerowania skarpetek. To bardzo ważny cytat. TU pisze o nim na blogu Książki zbójeckie Danuta Awolusi.

Ewa Maria Slaska

Wallander, Die Fünfte Frau und das Stopfen der Strümpfe

Ich lese gerade den 5. Roman von Henning Mankell. Gestern fand ich dort einen wichtiger Absatz, der eigentlich mit der Handlug der Krimistory nichts zu tun hat, viel aber mit dem Stand der unseren Gesellschaft. Wallanders Worte über Strümpfestopfen. Ich fand es interesant, dass ein sensibler Mensch schon in den 90gern, schon in reichen Schweden dies gesehen hat, was wir erst 10, 15, 20 Jahre später bemerkt haben. Er wusste, dass wir uns erst am Anfang von etwas befinden, das sich noch verschlimmern wird. Und so war es. Und so ist es. Und es läßt sich nicht ändern. Nicht umkehren. Ich dachte, ich möchte darüber hier, in diesem Blog erzählen, weil es so wichtig ist. Und dann fand ich, dass ich nicht die Einzige bin, die die Wörte von Mankell bemerkenswert findet. Es sind im Internet mehrere, die es tun. Ich möchte hier einem von Ihnen zitieren: Pastor Max Toepffer. 2012 schrieb er in einem Pfarrbrief:

Ich bin ein großer Krimi-Fan und besonders angetan haben es mir Kriminalgeschichten aus Skandinavien. Vor einigen Jahren las ich in einem Buch des schwedischen Schriftstellers Henning Mankell eine Passage, die mich sehr nachdenklich gestimmt hat. Da fragt Linda ihren Vater, den Kommissar Wallander, warum es so schwer sei, heute in Schweden zu leben:

„Manchmal stelle ich mir vor“, sagte Wallander, „dass es damit zu tun hat, dass wir aufgehört haben, unsere Strümpfe zu stopfen!“ Sie sah ihn verwundert an.„Ich meine das ernst“, sagte er. „Als ich groß wurde, war Schweden noch ein Land, in dem man seine Strümpfe stopfte. Ich habe es sogar noch in der Schule gelernt. Dann plötzlich eines Tages war Schluss damit. Kaputte Strümpfe wurden weggeworfen. Keiner stopfte mehr seine Wollsocken. Die ganze Gesellschaft veränderte sich. Verbrauchen und Wegwerfen wurde zur einzigen Regel, die wirklich alle vereinte. Es gab zwar Menschen, die darauf beharrten, ihre Sachen zu flicken, aber man sah und hörte sie nicht. Solange es nur die Strümpfe betraf, war diese Veränderung vielleicht nicht so gravierend. Aber das Prinzip griff um sich! Schließlich wurde es zu einer Art unsichtbarer, aber ständig gegenwärtiger Moral. Ich glaube, das hat unsere Auffassung von richtig und falsch verändert, von dem, was man anderen Menschen gegenüber tun durfte und was nicht. Alles ist so viel härter geworden. Immer mehr Menschen fühlen sich überflüssig oder sogar unwillkommen im eigenen Land. Und wie reagieren sie darauf? Mit Aggression und Verachtung! Am erschreckendsten aber ist, dass wir uns erst am Anfang von etwas befinden, das sich noch verschlimmern wird. Es wächst im Moment eine Generation heran, die mit noch größerer Aggressivität reagieren wird. Und die haben keine Erinnerung mehr daran, dass es tatsächlich einmal eine Zeit gegeben hat, wo wir unsere Wollsocken gestopft haben. Wo wir weder Wollsocken noch Menschen verbraucht und weggeworfen haben!“

Soweit Kurt Wallander im Roman „Die fünfte Frau“. Das, was Henning Mankell da für Schweden feststellt (Schweden 1996 – noch so eine schöne Zeit! – Anm. EMS), gilt genauso für Deutschland wie für alle Staaten der westlichen Welt. Das Wegwerfprinzip hat tatsächlich unser Leben, unsere Wertvorstellungen, unsere Moral nachhaltig verändert. Es hat unsere Auffassungen von richtig und falsch verändert, von dem, was man anderen Menschen gegenüber tun durfte und was nicht. Und es mündet (überspitzt formuliert) in die bittere Feststellung: Wo man alte Socken wegwirft, da wirft man am Ende auch Menschen weg?! (Heine? wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen – Anm. EMS) Oder was zählt denn heute ein Arbeitnehmer auf dem Arbeitsmarkt, wenn er die 50 überschritten hat? Was zählt ein Hartz IV-Empfänger? Was ist ein Mensch in unserer Gesellschaft wert, wenn er körperlich, wenn er psychisch beeinträchtigt ist? Zu was ist ein alter Mensch noch nütze? Was erfahren Menschen mit Migrationshintergrund an Ausgrenzung, an handfester Gewalt in Deutschland? Und warum gibt es so viele Menschen, die am Rand unserer Gesellschaft stehen? So viele Einsame und Einzelgänger? So viele Erwachsene und Kinder, die im Grenzbereich einer menschenunwürdigen Existenz leben müssen? Warum ist alles so viel härter geworden? Und warum gibt es so viele Menschen, die sich überflüssig oder sogar unwillkommen fühlen?

Wenn ich in die Bibel schaue, wird mir wieder bewusst, wie so ganz anders Jesus mit Menschen umgeht – mit Menschen in Grenzsituationen, mit Menschen am Rand der Gesellschaft. Da erlebe ich Hinwendung und Beachtung, da geschieht Heilung. Für Jesus gibt es kein „Das geht mich nichts an!“ oder gar „Was habe ich davon!“ Wenn ich in die Bibel schaue, erlebe ich immer wieder staunend, wie behutsam und liebevoll, wie verbindlich Jesus mit den Menschen umgeht. Er hat keine Berührungsängste vor Menschen mit Behinderungen, körperlichen oder seelischen Gebrechen, Krankheiten, auch nicht vor Menschen, die anders sind. Damit setzt Jesus Maßstäbe!

Als Christen nehmen wir uns diese Maßstäbe zu Herzen! Wir versuchen, sie umzusetzen, zu leben. Das verlangt auch von uns ganz bewusst mehr Achtsamkeit und Behutsamkeit im Umgang mit anderen Menschen. Die Wegwerfgesellschaft darf uns nicht dazu verleiten, mit Menschen auch nach dem Prinzip: Verbrauchen und Entsorgen! zu verfahren. Jesus setzt Maßstäbe – und so ist für mich als Christ jeder Mensch, der an meinem Lebensweg steht, eine Aufgabe.

Ihr Max Toepffer

mankellskarpety

Informacje o ewamaria2013

Polska pisarka w Berlinie
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2 odpowiedzi na „Strümpfe stopfen

  1. Anne Schmidt pisze:

     

    In unserer Wegwerfgesellschaft werden ganze Dörfer weg geworfen, d.h. abgebaggert.

    Am 8.8. wird in Peitz-Ost gegen das weitere Zerstören von Dörfern in der Lausitz demonstriert .

    Campact ruft zur Beteiligung an einer Greenpeace-Demo um 11.30 auf, um den schwedischen Konzern Vattenfall zum Einlenken zu bewegen.   Wer kommt mit nach Peitz?

    Anne

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