Ein schöner Sommersamstag in Berlin (2)

Ewa Maria Slaska

Guten Abend. Oder eigentlich: Gute Nacht. Vor ein paar Wochen schrieb ich, dass es in Berlin am Wochenende keinen „Guten Morgen” gibt, weil der Berliner sich ausschlafen muss. Eigentlich gibt es in Berlin erst den Nachmittag, noch lieber Abend und gestern gar die Nacht.

plakat Ich habe eine Karte als Ehrengast und versuche den schönen Sommersamstag in Berlin zu genießen. Es begann wunderbar. Ich stieg aus der U-Bahn und ging nach oben, wo mich sofort eine schöne blonde Frau in einer Rikscha angesprochen habe, ob ich eben zur Langen Nacht will. Es gibt nämlich kostenlos die Schuttle-Rikscha finanziert von Volkswagen-Museum zur Museum Insel und zurück. Es ist eigentlich kein Museum, es ist Drive – das Volkswagen Group Forum, ehemals Automobilforum Unter den Linden, aber was soll es, an der Langen Nacht der Museen seien verschiedene Einrichtungen plötzlich Museen, Hochschulen, Kirchen, Banken…

Ich habe vergessen Foto zu machen, aber es war ungefähr so eine Rikscha, nur mit einer schicken Fahrerin drinne. Rikscha ist natürlich ein Vergnügen für Touristen. Kein Berliner wird es je machen, sich mit so  einem Ding chauffieren zu lassen, aber was soll es…

brautpaarXXX
XXX
Vor dem Altenmuseum eine Fotosession mit einem Mix-Brautpaar. Sehr schön. Komisch, als ich vor ein paar Wochen meinen Tag in Berlin beschrieb, berichtete ich von einem Polsterabend. Offensichtlich heiraten jetzt die Menschen in Berlin wieder.

Altes Museum. Filetstück der Museum-Insel. Auf der Museum-Homepage liest man einen Text. Bescheidener.

Karl Friedrich Schinkels Altes Museum, entstanden von 1823 bis 1830, zählt zu den bedeutendsten Bauwerken des Klassizismus. Die monumentale Ordnung der 18 ionischen kannelierten Säulen, die weit gespannte Vorhalle, die Freitreppe, die zum Beschreiten einlädt, sowie die mit antiken Skulpturen geschmückte Rotunde – Raum innerer Sammlung und ausdrücklicher Rückgriff auf das römische Pantheon – sind architektonische Würdezeichen, die bis dahin nur Herrschaftsbauten vorbehalten waren. Die Inschrift über der Säulenfront lautet: „Friedrich Wilhelm III. hat dem Studium jeder Art Altertümer und der freien Künste das Museum gestiftet 1828“. Heute beherbergt das Haus die Antikensammlung, die hier ihre Dauerausstellung zur Kunst und Kultur der Griechen, Etrusker und Römer zeigt. Das Münzkabinett komplettiert mit seinen antiken Objekten diese Gesamtschau des klassischen Altertums.

boginiIch schaue mir die Antikensammlung an. Prächtig, prächtig… Nix wie jeder Woche hin… Also wieso war ich eigentlich seit Jahren nicht hier? Pergamon, Bodemuseum, Neues Museum, ja, aber hier, nein, hier nicht…

Ich habe einfach vergessen wie wunderschöne Sachen sie hier haben.

Die Frau links ist eine Göttin aus Tarent. Man weißt nicht welche, Hera, Aphrodite, Proserpina? Ich schätze, dass es Hera ist, weil sie sehr majestätisch thront.

Jetzt weiter, also in die Alte Nationalgalerie, wo es diese Ausstellung ImpEx  gibt, was nicht Export Import bedeutet, sondern Expressionismus / Impressionismus (Achtung – nur bis 20. September!) Und meine geliebte Prinzessinnen – Frederike und Louise Hochenzollern – eine Skulptur von Schadow.

Alte Nationalgalerie nimmt an der Langen Nacht der Museen nicht teil. Die Exponate bei Imp/Ex sind zu kostbar.

Schade.

OK, dann das Neue Museum, so schick restauriert von David Chipperfield. Und dort natürlich Nofretete.

Das Neue Museum ist voll, vor dem Museum steht Schlange für mindestens eine Stunde.

Schade

Ins Pergamon-Museum gehe ich gar nicht hin. Es ist bis 2019 geschlossen. Oder länger, wie es in Berlin so ist.

Schade.

Jetzt aber schnell los. Ich möchte um 21 Uhr ins Kino vor der Gemäldegalerie… Man kommt hin mit Schuttle-Bus Linie 1.

schuttlebusEs geht schnell, ich habe noch halbe Stunde Zeit, gehe also in Gemäldegalerie, wo man die wunderbare Madonna mit Engel und Lilien von Botticelli sehen kann dh. sog. Tondo Raczynski.

20150829_203426Die Italiener sind aber nicht zu sehen, man baut schon die Botticelli-Ausstellung auf. Sie wird am 24. September geöffnet und wir werden alle scharrenweise hingehen, ist ja klar. Aber dass man zur Langen Nacht der Museen deswegen keinen Italiener sehen darf, das ist schon Schade.

Schade, Schade, Schade…

Ich habe also immer noch 29 Minuten Zeit und gehe zu mittelalterlichen Maler, die hier in großer Menge ausgestellt sind. Gleich im erstem Saal haltet mich eine Vorführung an. Ein Vergolder zeigt uns, wie man im Mittelalter den goldenen Hintergrund schaffte. Ein raffiniertes Kunstwerk war es mit vielen Geheimnissen und kleinen Tricks.

geschlossen-aufbau21:20 Uhr. Mit 20-Minütigen Verspätung beginnt der Film, den man auf Arte am 27. September um 17:35 Uhr im Programm Rendezvous sehen MUSS.

botticelli-filmEin wunderbarer Film… Regie und Drehbuch: Grit Lederer
Produktion: Medea Film, 52 min., 2015

Ein wunderbarer Film… Ach ich sagte es schon, sorry…

Es ist spät, mir ist kalt, ich möchte essen, Tee trinken, diesen Post machen… Ich gehe nach Hause.

Es ist Vollmond!

vollmond

 

 

Informacje o ewamaria2013

Polska pisarka w Berlinie
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