Berlin, Stadt der Flüchtlinge

Im März 2017 hieß es:

Das größte Berliner Containerdorf für Flüchtlinge entsteht derzeit auf dem Tempelhofer Feld, im Spätsommer sollen die ersten Flüchtlinge einziehen. Doch das Dorf mit 1200 Plätzen hat einen entscheidenen Makel: Statt drei Jahre wie üblich wird es nur zwei Jahre betrieben werden können. Bei Baukosten von 16 Millionen Euro ein entscheidender Nachteil. Die Investition müsste schon nach zwei Jahren abgeschrieben werden. Die Initiative 100 Prozent Tempelhof kritisiert den Bau als „Massenunterkunft“. Die Flüchtlinge sollten besser in Wohnungen untergebracht werden.

Anne Schmidt

Am 3. Dezember um 13:00 durfte die interessierte und ambitionierte Öffentlichkeit auf dem Vorfeld der Flugzeughangars in Tempelhof den Innenbereich der dort aufgebauten Flüchtlingshütten in Augenschein nehmen. Im eisigen Wind warteten Kameraleute und Reporter mit Mikrofonen in den klammen Händen auf die Einführungsrede des Vertreters der Landesflüchtlingshilfe ab, um dann noch einen Disput zwischen der Bürgermeisterin von Tempelhof/Schöneberg und dem Flüchtlingsrat mit aufzunehmen.

Die Nachbarn des Tempelhofer Feldes entrannen dem eiskalten Wind zwischen den Hütten, indem sie die Dikussionen draussen nicht abwarteten, sondern sich in einer Musterhütte die Raumverteilung ansahen: Zwei Zimmerchen mit jeweils zwei Betten, ein winziges Duschbad und eine kleine Küche mit Herd und Kühlschrank erregten das bloße Missfallen einer ehemaligen Sozialarbeiterin und ehrenamtlichen Flüchtlingshelferin.
In der Tat fragte auch ich mich, wo das dritte, vierte… Kind einer Familie schlafen soll, das eventuell schon in der Pubertät ist und rein des Geschlechtes wegen in einem anderen Zimmer schlafen muss als die Geschwister. Wahrscheinlich werden Papa und Söhne sich in einem zusammengeschobenen Kingsize-Bett drängeln, während im zweiten Schlafraum die weiblichen Mitglieder der Familie sich betten dürfen.
Mich beschäftigte besonders die Enge im Duschbad, wo die Kleinen von einem Erwachsenen versorgt werden müssen, der zwischen Dusche und Wand kaum Platz finden wird. Da ist es von besonderem Vorteil, dass die Flüchtlingsfrauen zum großen Teil sehr dünn sind.

Die Temperatur in der Hütte war überraschend angenehm, obwohl die Aussentür offen stand (Tag der offenen Tür).

Meine Frage, wie im Sommer eine Überhitzung der Kunststoff-Container vermieden werden könne, behielt ich, ob der hitzigen Diskussion draussen zwischen den Vertretern es Flüchtlingsrates und der Bezirksbürgermeisterin, für mich. Die strahlenden Augen der einzigen Flüchtlingsfamilie, die an der Besichtigung teilnahm, versöhnte mich mit dem Provisorium.
„Wir haben sogar ein Frauenzimmer”, verkündete die etwa 9-jährige Tochter. Mutter und Vater gaben der Hoffnung Ausdruck, dass sie am folgenden Tag einziehen könnten. Lange genug haben sie darauf gewartet, denn den ganzen Sommer über sah ich vom Zaun aus, der das Container-Dorf vom Tempelhofer Feld hermetisch abtrennt, dass in den Hütten, die fertig zu sein schienen, Bauarbeiter ein und aus gingen, deren Privatautos vor den Türen geparkt waren.

Es hieß damals in den Medien, es  habe noch kein Betreiber gefunden werden können. Jetzt erfuhr ich, dass der Betreiber der Hangar-Unterkunft auch für das Hüttendorf zuständig ist. Wahrscheinlich musste seine Eignung erst einer langen Kontrolle unterzogen werden. In einem der Hangars müssen demnächst alle Neuankömmlinge die ersten drei Tage nach ihrer Ankunft in Berlin verbringen. Dort müssen sie sich zwischen Zeltplanen und unter einem Gemeinschaftsdach auf ihr Asylverfahren vorbereiten, obwohl es in der Stadt inzwischen genügend Heimplätze – laut Flüchtlingsrat – gibt.

Informacje o ewamaria2013

Polska pisarka w Berlinie
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