Barataria 55 Über die Windmühlen

Letzte Woche traf ich mich mit meiner Freundin, die im Grenzgebiet zwischen Deutschland und Polen lebt, dh. in der Pampa an der Oder. Wir sprachen darüber, was man tun kann, um diese schöne Landschaften attraktiver zu machen, da sie eigentlich, abgesehen von ein paar Hundert Polen, die dorthin aus Polen eingezogen sind, fast leer liegen. Aber diese Leere, die man als Magnet für Stadtmüde-Intelektuellen benutzen könnte, zieht auch die Firmen an, die die berühmten energieherstellenden Windräder überall dort bauen wollen, wo sie mit wenig Protest rechnen müssen. Also da genau, an der Grenze!

Man möchte sich wehren, protestieren, die Errichtung des Windparks verhindern, sagte meine Freundin. Weil genau diese unberührte Leere das Einzige ist, was die Anziehungskraft dieser Gegenden ausmacht. Macht man sie kaputt, verbaut sie, kommen die Städtler nicht, um dort ihre Datschas zu errichten. Also zur Waffe!

Diese Kampfidee schien mir sehr cervantesque zu sein, weil ich in diesem Moment immer noch glaubte, besser zu wissen. Ich versuchte zu argumentieren, dass es doch in allgemeinem Interesse ist, doch irgendwo muss man diese Ungetümer errichten können, wir müssen doch umweltfreundlich agieren, sozial und nicht egoistisch… Blah blah…

Dann kam ich mit dem Zug zurück nach Berlin. Unterwegs las ich im Internet einen Artikel zum Thema. Und in der Zeitungskiosk fand ich einen Comic von Flix, in dem es um genau dasselbe geht. Alles Humbug! Plötzlich musste ich ansehen, dass man uns, gutmutigen Gutmenschen hinters Licht führte und dass, ehmmm, der olle gute Don Quijote es durchschaut hat und einfach im Recht ist! Wer hätte es gedacht?

Ewa Maria Slaska

Windenergie, kraftlos und teuer

Die Internationale Energieagentur (IEA) schätzt, dass heute weltweit etwa 0,4 % der Energie aus Wind und Solarkraft stammt. Selbst 2040, wenn alle Regierungen ihre grünen Versprechen gehalten haben, werden Solar und Wind nur 2,2 Prozent der weltweiten Energieversorgung decken.

… der Hauptgrund dafür, warum Wind und Solarkraft keine entscheidende Lösung gegen den Klimawandel sein können, besteht in einem fast unlösbaren Hindernis: Wir brauchen auch Energie, wenn die Sonne nicht scheint und der Wind nicht weht.

Und nun?

Es heißt, Windenergie sei billiger als fossile Brennstoffe, was aber weitgehend eine Fata Morgana ist. Große Windparks brauchen Subventionen oder Steuererleichterungen. Dies ist der einzige Grund, sie zu bauen.

Mehr noch!

Je mehr Windkraftwerke in Betrieb genommen werden, desto weniger ist der Strom wert, den sie erzeugen. Der weitere Ausbau von Wind- und Solarenergie mithilfe von Subventionen bedeutet, dass die Gesellschaften für den Strom dreimal zahlen müssen – einmal für den Strom selbst, einmal für die Subventionen an die ineffizienten erneuerbaren Energien und einmal für diejenigen, die jetzt auch noch an ineffiziente fossile Kraftwerke gehen. Allesamt werden die Subventionen in nächsten 25 Jahren über zwei Billionen Euro betragen. Damit erreicht man den Unterschied der Temperaturerhöhung um lediglich 0,0175 Grad Celsius.


In der Flix Version von den berühmten spanischen Roman befinden wir uns genauso dort und dann, wo ich mich letzter Woche befand: Jetzt und in der Norddeutschen-Pampa, in einem Dorf namens Tobosow mitten in der vorpommerschen Ödnis!

Der Held, ein alter, schrulliger Kauz, hatte bis jetzt nur eine Schnapsidee: Mittels der Leserbriefen, die bewahrte Waffe der Wutbürger sind, kämpfte er gegen die allgegenwärtigen Herrschaft der Comics in der Zeitungen, im Buchwesen und vor allen in den Köpfen der jungen Leser.

Zum Beginn der Story erreicht ihn aber noch eine Hiobnachricht, die noch schlimmer ist als Batmann, Spidermann und Supermann zusammen: Man wird in Tobosow einen Wind(mühlen)park einrichten. Don Quiijote begibt sich auf seinem alten Fahrrad in die Pampa, um seine Feinde zu vernichten. Mitdabei ist statt Sancho Pansa auch Don Quijotes 8-jähriger Enkelsohn, der tatsächlich den Kopf voller Comic-Helden hat, sich für Batman, den Dunklen Ritter hält und überall das Böse wittert, das er vernichten soll.
Dann sagt der Opa, es sei nicht wichtig, gegen das Böse zu kämpfen, es ist wichtig sich für das Gute zu engagieren.
Es ist doch das Gleiche, protestiert der Enkel.
Ist nicht, antwortet Opa, man muss nur die Welt genau beobachten, um die Wahrheit zu sehen.

Ja… und am Ende? Am Ende kehrt der Enkel zu Mama und benimmt sich ganz vernünftig. Der Opa landet im Seniorenheim für Alzheimer erkränkte, die sich alle für Ritter halten. Und in Tobosow… Na ja, es ist nicht klar, aber ich vermute in Tobosow wird der Windpark entstehen, damit sich die Bösen ihre Taschen mit Subventionen vollstopfen und wir, die Gutmenschen, glauben, den nächsten sauberen Schritt in die saubere Zukunft gemacht zu haben…

Aber nicht verzagen. Und weiter protestieren und gegen die Windmühlen zu kämpfen.  Wie sagte es der Meister Cervantes:

Derjenige, der Wohlstand verliert, verliert viel; derjenige, der einen Freund verliert, verliert mehr; doch derjenige, der seinen Mut verliert, verliert alles.

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Informacje o ewamaria2013

Polska pisarka w Berlinie
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