Fussball und die Frauensache

Heute beginnt es, was uns allen sechs Wochen lang in Spannung versetzt. Ich schreibe bewusst „uns allen”, weil ich schon seit eh glaube, Fußball ist keine Männersache mehr, genauso wie er seit eh kein nationalistisches Thema ist. Daher plannte ich für heute lediglich ein bisschen über Fußball zu plappern, über Indianer, die es als erste gespielt haten und solches…

Und was essen wir dabei, was trinken?

Darüber habe schon ich vor Jahren etwas veröffentlicht, auf einem anderem Blog, und dann  Brygida Helbig hier auf diesem Blog: Ralf guckt Fußball. Ich auch.

Na eben, das meine ich. WIR gucken Fußball. In manchen Berliner Kneipen, in denen ich schon Fußball gekuckt habe, gab es gar mehr Frauen als Männer.

Vor ein paar Tagen fand ich aber im Internet, fand ich aber im…, fand ich aber… Wie soll ich es beschreiben, was soll ich darüber schreiben, fand ich also so was…

Ich dachte, ich sehe nicht richtig. Ich dachte, es ist ein ironischer Streich von der Firma Dr.Oetker und Firma Love Cake. Ich dachte, es gab so eine Werbung in den 50. oder 60. und man bediente sich sie, um sie auszulachen und neu zu gestalten…

Aber es ist leider genauso möglich, dass man es… dass MANN es ernst gemeint hatte und dass es Nix Ironie ist.

Na ja. Ironie ist in Deutschland sowieso eine Waffe, mit der man Schwierigkeiten hat, um verstanden zu werden. Dies ist interessant übrigens, dass im Land, das Mal strikte und harte Regel für Konjunktiv erstellt hate, der Konjunktiv gerade im Sterben liegt und die alte gut Ironie gleich mit ihm in den Abgrund geht.

Ich kopierte also schnell das Bild, weil ich vermutete, Ironie hin oder her, dies Zeug wird so ein Shitstrom bekommen, dass an dem Tag, an dem ich meinen Beitrag veröffentliche, dh. heute, das Bild nur hier, auf meinem Blog, noch zu sehen bekommt.

Eine Frau soll also für ihren Liebsten einen Fußball-Kuchen backen und es an oetker.ch/lovecake schicken. Oder auf die Fanpage auf dem Facebook/ Instagramm stellen: #lovecakeOetker.

Zu gewinnen gibt es 50 Packete Backzutaten im Wert von 30,- CHF. Na ja, nicht die Welt… keine Traumreise (mit dem Liebsten selbstverständlich), kein dickes Auto…

Ausgeschrieben wurde der kleine Wettbewerb schon im Mai. Es gibt schon viele schöne Zusendungen. Aber nicht gerade das, was sich der Schirmherr des Werttbewerbs ausgedacht hate. Die Torten sind eigentlich allersamt Geburtstagstorten von Omas und Mamas für Söhne und Enkel.

Wie ich erwartet habe, gab es auch empörte Kommentare, aber, unter uns, nicht so schrecklich viele…

Unglaublich: ist das aus 1958 oder echt 2018? „Back deinen Mann glücklich” ???
Aus dem letzten Jahrhundert?

Seid Ihr über die 1950iger Jahre noch nicht hinweg gekommen?! Dieses rückschrittliche Frauenbild im Jahre 2018 – wollt Ihr AfD, FPÖ, konservative Christen und sonstige konservative Kräfte nun zum Backen von Fußballtorten bringen, damit sie sonst kein Unwesen mehr treiben? Dieser „Schuß” ist eindeutig ein Eigentor, weil ich werde in Zukunft angesichts dieser sexistischen Werbung sehr darauf bedacht sein, keine Produkte aus dem Hause Dr. Oetker mehr zu kaufen!

Was ist denn das für eine konservative und sexistische Werbung? Leute. Wir haben das Jahr 2018! Offensichtlich seid ihr in den 50er Jahren stecken geblieben. Von solch einer antiquierten Firma, die mich als Frau derart auf „hinter den Herd gehörend” darstellt bekommt keinen Cent meines hart erarbeiteten Geldes. Und gerne werde ich diese Meinung auch in meinem Freundes- und Bekanntenkreis kund tun.

Die können mich mal alle gaaanz gerne haben 😂. Macht weiter Werbung über Frauen, die so deppert sind, ihren Männern solchen Krampf zu backen und vielleicht auch noch das Bier zum Fernseher bringen 🤨. Wenn Fussball angesagt ist, geht mein mir angetrauter Ehemann zu seinem Spezl, schauen usw. Ich geh derweilen raus an den Weiher und sehe den Fischen zu, wie raushüpfen und nachsehen, wo die Angel ist. In diesem Sinne wünsche ich allen Medls eine stressfreie Zeit und den Prinzen eine gesegnete WM, Hauptsache, i hob mei Ruah

Die Kommentare führten dazu, dass sich der Slogan zwar nicht geändert hat, wohl aber das Bild – lovecakeOetker liess die Frau verschwinden.

Die Empörung wuchs aber weiter. Der Slogan wurde geändert, dann verschwand das ganze Wetbewerb… Und dann meldete sich ein Mann zu Wort:

Soviel darf ich anmerken: Ihr spinnt alle miteinander, das ist schon krankhaft diese Paranoia vor etwaigen Rollenbildern. Vielleicht kommt euch einmal in den Sinn dass es Frauen gibt die das durchaus gerne machen, die ein anderes Frauenverständnis haben und dieses ganze feministische Emanzentum irrsinnig auf die Nerven geht, weil sie in ihrer Rolle u. a. auch als backendes Weibchen (so würdet ihr das bezeichnen) oder so der Rest der Welt es sieht, als liebendes, fürsorgliches weibliches Familienoberhaupt welches in ihrer Rolle voll und ganz aufgeht. Aber das vertragt ihr offensichtlich nicht, dass andere Menschen glücklich und zufrieden mit ihrem Familienleben sind obwohl es nicht eurer Weltanschauung entspricht. Also, wenn ihr euch von einer Produktwerbung nicht angesprochen fühlt, so kauft das Produkt eben nicht. Wenn es euch schmeckt und ihr jemanden habt der das für euch zubereitet, weil selber könnt ihr das ja nicht, weil ihr ja emanzipiert seid… dann kauft es. Aber belästigt nicht die Öffentlichkeit mit geistigen Rauchzeichen der minderen Art und erklärt anderen wie sie ihr Leben zu gestalten haben.

Ja, also, wie immer. Nix Neues.

Das ist die Tradition des Hauses Oetker, das sich als „kleiner Helfer” an der Seite der berufstätigen Frau positionierte und in der oben erwähnten Werbung daran anspielt:

Es hätte gereicht, wenn man Frau und Mann in der Küche gezeigt haben, die schnell gemeinsam etwas zaubern, bevor es pfeifft.

Und trotzdem denke ich mir, Hundert Jahre Frauenrechte, nicht nur bei uns, in Polen, sondern auch in Deutschland. Fünfzig Jahre verbissener Kampf der Frauen gegen alten Stereotypen. Und was? Und nix. Meine Freunde von Facebook meinen, dass die Marketingtypen zu jedem raffinierten Vorschlag fähig sind, um den Umsatz zu steigen. Ich finde aber, dass es einfach dumm ist und dass die Dummheit der Menschen, auch Marketingmenschen, grenzenlos ist.

Übrigens, ein Mann, der schon einmal bei mir publiziert hat und sich Tabor Regresywny (was schwierig zu übersetzen ist und bedeutet so etwas, dass die Ziegeuner mit ihren Wagen ziehen, aber immer weniger Vehickel mir sich führen) nennt, meint, die menschliche Dummheit ist ein wichtigster Argument dafür, dass es Gott gibt. Der Mensch musste von einem hehrem Wesen erdacht werden, in der Natur gibt es nämlich die Dummheit nicht…

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Informacje o ewamaria2013

Polska pisarka w Berlinie
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Jedna odpowiedź na „Fussball und die Frauensache

  1. tibor pisze:

    Komentarz poetycki

    Piłka nożna (2)

    Brzemienny mgłą jesienną
    Dzień przyszedł na bosaka
    A na boisku szkolnym
    Kadeci grają w nogę.

    Niewyrośnięci, nieforemni –
    Tak to się w wieku ich wygląda –
    I jedni piłkę workowatą toczą
    A inni bronią bramki…

    Miłość, hulanki, czas polowań –
    To wszystko na nich czeka,
    Teraz – żal i skoki z twardej koji
    O świcie, pod grzmot werbli!

    Ach, ani muzyki, ani sławy!
    Tak od zarania aż do zmroku
    We władzy nauk i zabawy
    Kłebią się dzieci obszarpane.

    Jesienne sito mżawki.
    Drzew mokry popiół.
    Zbryzgany mundur. Pierś odkryta.
    Na ziemi – czerwony otok czapki.

    Ossip Mandelsztam (1911)
    (polski – tibor)

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