Vergessene Texte 1

… und zwar so vergessen, als ob sie nie exitierten. Und dabei habe ich den honorarlosen Text gern geschrieben und ihm den ganzen Sommer 2015 gewidmet. Er erschien 2016 in einer Zeitschrif mit dem Datum 2014 und so vielen Fehlern, dass ich mich schämte die Autorenexemplare jemanden zu zeigen. Somit ist es offiziell ein Nachdruck und nicht Originaltext. Obwohl, ich habe es natürlich umgehend geändert und korrigiert. Durchgesehen, wie man es schön auf Deutsch sagt.

Hier die ofiziellen Angaben zu den Protagonisten: Carl Ulitzka Wikipedia

Ewa Maria Slaska, Berlin

Ach, unser Prälat Ulitzka“

Ich bedanke mich bei Frau Pastorin Elisabeth Kruse, Ehrwürdigen Schwester Walburga, Pfarrer Peter Beier, Herrn Diakon Andreas Buntrock, Pfarrer Eberhard Kort, Herrn Engelbert Kremser, Pfarrer Horst Pietralla, Herrn Bernd Thürling

Als ich – Schriftstellerin und Publizistin – damit beauftragt wurde, über Carl Ulitzka zu schreiben, war ich mir über das Ausmaß dieses Wagnisses nicht im Klaren. Ich wusste, wer er war und dass er zu den vielen Persönlichkeiten gehörte, die schon vor dem Kriege grenzübergreifend zwischen Deutschland und Polen tätig waren, als symbolische Figuren der deutsch-polnischen Verständigung einen wichtigen Rang verdienten und stattdessen mit der Zeit in Vergessenheit geraten sind. Was mich aber persönlich an seiner Biographie am tiefsten berührte, war die Tatsache, dass er von der Nazis als „Polenkönig“ verfolgt und von den Polen als „Scheiß-Deutscher“ beschimpft wurde. Und ich wusste noch, dass (und wo) er in Berlin beerdigt wurde. Mehr noch, ich war einmal bei seinem Grab. Aber das war auch schon alles. Daher dachte ich, als mir der Auftrag erteilt wurde, prima, ich kann dabei mehr über Ulitzka erfahren…

Jeder Journalist, der über etwas schreibt, prüft heutzutage nach, was sich über sein Thema im Internet finden lässt. Auch ich tat nichts anderes. Und dabei überkamen mich Zweifel. Zuerst fand ich Hunderte und Aberhunderte Texte über Ulitzka. Auf Deutsch und auf Polnisch.

Dann kam es aber noch schlimmer, als ich das Buch von Guido Hitze entdeckte – Carl Ulitzka (1873-1953): Oberschlesien zwischen den Weltkriegen. 1440 Seiten! Der Autor schrieb darin folgendes:

Seine Biografie spiegelt gleichsam die besondere Entwicklung dieser umkämpften Grenzregion, die Abstimmungskämpfe in Oberschlesien nach dem Versailler Friedensvertrag wieder. Deutlich werden die Positionen des Zentrums innerhalb des Parteienspektrums sowie des deutschen Katholizismus vor und während der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Die umfassende Studie porträtiert erstmals die Geschichte Oberschlesiens bis 1945 und den Lebensweg Ulitzkas aufgrund neuester Forschungsergebnisse. Der Autor wertet bisher unbekanntes Quellenmaterial deutscher und polnischer Archive aus und kommt zu neuen Ergebnissen…

Wie kann ein Journalist, ein Laie, ein Unwissender wagen, über einen Mann zu schreiben, über den allein dieser Autor 1440 Seiten geschrieben hatte? Und erst recht all die anderen Forscher…!

Aber bei all diesen Zweifeln ob eigener Unzulänglichkeit wusste ich, dass ich doch etwas über Ulitzka zu sagen habe, dass ich einen persönlichen Zugang zu ihm habe. An einem Novembertag 2006 war ich auf dem Friedhof und versuchte sein Grab zu finden. Vergeblich. Am nächsten Tag rief ich bei der Friedhofsverwaltung an. „Ach,“ sagte meine Gesprächspartnerin, „unser Prälat Ulitzka“… der liegt dort und dort begraben. Es folgten genaue Hinweise…

Interessant, dachte ich, dass er für Menschen, die ihn nicht persönlich kannten, immer noch „ihr Prälat“ war. 60 Jahre und mehr nach seinem Tod bewahrt ihn die kollektive Erinnerung. Das wollte ich näher untersuchen. So begann die Spurensuche, deren Etappen Bernau bei Berlin, Biesenthal bei Bernau, Templin, Lobetal, Berlin-Karlshorst, Berlin-Friedrichshagen, Berlin-Lankwitz und Potsdam wurden. Ich wurde mit einer Empfehlung von einem Ort in den nächsten geschickt. Nur die erste Etappe bestimmte ich selber, ich ging dorthin, wo ich sicher war, etwas zu finden: Auf den Friedhof. Das heißt, mein Ausgangspunkt war das Ende – von da rollte ich seine Geschichte auf.

Ich kannte das Wort Prälat, wusste aber nicht, was es/er ist? Ulitzka ist 1926 Päpstlicher Hausprälat geworden. Wikipedia informiert, dass in der katholischen Kirche als Prälat der Inhaber ordentlicher Leitungsbefugnisse, Inhaber höherer kurialer Ämter oder ein verdienter Priester, der den Ehrentitel vom Papst erhalten hat, bezeichnet wird.

Fortsetzung folgt in ein paar Tage


Quellen:
Guido Hitze, Carl Ulitzka 1873-1953 oder Oberschlesien zwischen den Weltkriegen, Düsseldorf 2002
http://www.amazon.de/Carl-Ulitzka-1873-1953-Oberschlesien-Weltkriegen/dp/3770018885

Informacje o ewamaria2013

Polska pisarka w Berlinie
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