Vergessene Texte 2

Ewa Maria Slaska

Auf der Spurensuche nach „unseren Prälat” Ulitzka in Berlin

Fortsetzung

Ich wohne in Berlin, meine Spurensuche umfasst bewusst nur Berlin und Umgebung. Ulitzka war auch jahrelang in Ratibor tätig, aber ich bleibe bei meinem Leisten.

Ich finde Verschiedenes, auch etwas, was die Wissenschaftler, wie ich vermute, nicht gefunden haben. Darüber aber später. Zuerst zur Chronologie. Ulitzka in Berlin – das sind drei Zeitspannen: seine ersten Priesterjahre in Brandenburg (1901-1910), die Zeit nach seiner Ausweisung aus Schlesien bis zur Inhaftierung (1939-1944) sowie seine letzten Lebensjahre von 1945 bis 1953. Seit November 1939 war er ein Seelsorger im katholischen St. Antonius Krankenhaus in Karlshorst und anschließend in Friedrichshagen. Natürlich war er zwischen 1919 bis 1933 gefühlte Tausendmale als Abgeordneter der katholischen Zentrumspartei (Volkspartei) in Berlin.

Es war zuerst sein Name, der mein Interesse weckte. Das Wort Ulitzka: uliczka, eine kleine Straße. Eine Frage der Herkunft: Ulitzka ist selbstverständlich ein Deutscher gewesen, aber natürlich kommt mir dabei ein Satz aus dem Buch von Anna Poniatowska in den Sinn: Die ältesten Adressbücher oder Telefonbücher Berlins enthalten auf jeder Seite mehrere polnische Namen. Nicht alle Namensinhaber sind der Meinung, sie seien Polen, aber ihre Ahnen und Urahnen kamen aus dem Gebiet Polens hierher.

Und im Falle Ulitzka werde ich ergänzen: oder aus Tschechien. Das heißt, auch wenn Carl Ulitzka zweifellos in einer deutschen Familie in Oberschlesien geboren worden war, waren seine Ahnen und Urahnen Tschechen oder Polen. Der Historiker Guido Hitze, Autor einer umfassender Biografie des Prälats, schreibt, die Familie stamme aus dem Tschechisch-Mährischen her.

Das ist aber eigentlich unwichtig. Denn unabhängig davon, welche nationale Abstammung seine Familie vorweist, situierte er sich selbst im Grenzgebiet zwischen Deutschland und Polen. Er sprach beide Sprachen (Polnisch erlernte er während seines Theologiestudiums) und setzte sich für seine Landsleute ein, unabhängig von deren Muttersprache, selbst wenn es unbequem oder gar gefährlich war. Mein Freund Engelbert Kremser, der selber aus Ratibor stammt, meint die polnische und die deutsche Sprache waren in der Umgebung gründlich gemischt, „wie in einem Streuselkuchen – ein Streusel sprach Deutsch, ein anderer, gleich nebenan – Polnisch“. Und das Polnische war oft uralt, eine Sprache, die selbst die Polen in Polen seit Jahrhunderten nicht mehr sprachen, eine Sprache aus den Zeiten von Kochanowski (1530-1584), eines Renaissance Dichter, der als erster die Gedichte auf Polnisch schrieb. Bis dahin schrieben alle Wortmenschen Polens Latein .

Sicher ist eins: Ulitzka war ein Oberschlesier und baute um Berlin herum mehrere Kirchen.

Die Kirche in Bernau

Katholische Herz-Jesu-Kirche
Börnicker Str. 12 (Pfarramt) / Ulitzka Straße / Bahnhofstr. 9 (Hauptportal)
16321 Bernau bei Berlin

Die katholische Gemeinde in Bernau wurde 1849 gegründet. Ulitzka kam 1901 hierher. Jung, gerade erst 28 geworden, gutaussehend, groß. Ausdrucksvoller Profil, Gesicht mit prägnanter Knochenstruktur. Ein kluger Mensch, intelligent, charismatisch. Ein katholischer Seelsorger wie geschaffen fürs vorwiegend protestantische Umfeld. Die Gemeinde war arm, hatte keine Kirche und nutzte die Bonifatiuskapelle im Missionshaus in der Tuchmacherstraße als Gotteshaus. Dort bewahrte man das sog. Mariahilf-Bild auf, das später in die Kirche übernommen wurde.

Übrigens: Wegen des Bildes pilgerte man seit 1869 aus Berlin dorthin. Eine Idee von rebellierenden Pfarrer Eduard Müller, dem man die älteste Wahlfahrt des Erzbistums Berlin verdanke.

Schon früh kam Ulitzka in den Sinn, dass man hier eine Kirche bauen muss. In jeder Stadt, wo die Katholiken und Protestanten miteinander oder nebeneinander wohnen, hat man mindestens zwei Kirche. So wollte es Ulitzka auch in Bernau haben und später überall, wo er als Priester tätig war. Dies ist jedoch nicht so einfach, eine Kirche zu bauen. Erst müssen bürokratische Hürden überwunden werden, oft, wie es der Fall in Bernau war, politische, und dann auch finanzielle. Man braucht viel Geld – und dieses muss vorerst gesammelt werden, bevor man mit der Grundsteinlegung beginnt. Der ehemalige Pfarrer der Herz-Jesu-Kirche, Peter Beier, der 33 Jahre Gemeindepfarrer in Bernau war, erzählte mir, dass er zwar Ulitzka persönlich nicht kannte, aber seinerzeit in Bernau Johannes Lipinski, einen Mitarbeiter von Ulitzka, getroffen habe. Seine Aufgabe war es, in der heißen Phase des Geldsammelns, die ‚Bettelbriefe’ per Hand zu kopieren. Er erinnerte sich, man habe sich dabei die Finger wundgeschrieben!

Mit dem Bau begann man 1907. Die Kirche wurde am 13. September 1908 feierlich eingeweiht. Georg Kardinal Kopp kam aus Breslau zu diesem Anlass nach Bernau! Interessant ist, dass praktisch zu gleicher Zeit Ulitzka zuerst eine Kapelle für eine Arbeiterkolonie des Pastors Friedrich von Bodelschwingh in Lobetal bauen wollte und mit dem Bau einer anderen Kirche in der Gemeinde, der Maria-Verkündigungs-Kirche in Biesenthal, begann.

Pfarrer Kort organisierte 2007 Feierlichkeiten zum 100-jährigen Jubiläum des Kirchenbaus. Die Schulkinder spielten dabei ein Theaterstück über Ulitzka und seinen Vorhaben. Der Junge, der Ulitzka gespielt hatte, ist danach selber Priester geworden und bat darum, seine Primiz in Bernau feiern zu dürfen.

1998 (90 Jahre Kirchenweihe, 125. Geburtstag und 45. Todestag des Prälaten) hat Pfarrer Beier erreicht, dass ein kleiner Abschnitt der Breitscheidstraße, zwischen der Börnicker Straße und der Bahnhofstraße, genau dort, wo die Kirche steht, in die Ulitzka-Straße umbenannt wurde.

Kurz danach, am 20. August 1999 ging Pfarrer Beier in Ruhestand und somit nach Templin.

Es gab einen weiteren Versuch, an den Kirchenerbauer zu erinnern, diesmal von einem Gemeindemitglied vorgeschlagen: An der Giebelseite des Pfarrhauses der Herz-Jesu-Kirche sollte ein Porträt des Kirchenerbauers angebracht werden. Der Vorschlag fand jedoch keine breite Zustimmung und letztlich ganz fallen gelassen wurde.

Die Kirche kann man schon von der S-Bahn aus sehen. Ich bin um 12 Uhr mit Pfarrer Eberhard Kort verabredet, gehe aber zuerst um die Kirche herum. Eine schöne neugotische Kirche, mit einem blau-weißem Schild des Denkmalschutzes. Und das seit 1977, d.h. seit der DDR-Zeit! Als Erklärung dazu findet man nur einen Satz, der doch keine Erklärung liefert: Die Kirche wurde in den Jahren 1907/1908 nach Plänen des Charlottenburger Architekten Paul Ueberholz als einschiffige Hallenkirche im Stil norddeutscher Backsteingotik erbaut.

Ich vermute, dass es der Turm ist, der dem Denkmalschutz so gut gefallen hat. 66 Meter hoch! Und sehr schön. Pfarrer Baier wird mir später erzählen, Ulitzka wollte den Turm noch höher haben, damit er die evangelische Kirche überragt. Oh, du fromme Bescheidenheit!

Ich fotografiere fleißig. Neogotische Kirchen sind mir vertraut wie keine anderen. Ich wuchs im Danziger Stadtteil Langfuhr auf, wo alle Kirchen das Prädikat „neo“ tragen. Meine – Herz Jesu Kirche, wie die in Bernau und Templin – ist ebenfalls neogotisch.

Pfarrer Kort zeigt mir seine Kirche, die seit Ulitzkas Zeiten intensiv umgebaut wurde. Einfluss darauf hat das Jahr 1965, meint Pfarrer Kort, das 2. Vatikanische Konzil, die Änderung der Liturgie, die Entstehung der Volkskirche. Der Gemeindehirt kommt den Menschen näher. Die Kanzel wird nicht mehr benutzt, der Priester steht den Gläubigen zugewandt hinter einem schlichten Tisch oder – beim Vorlesen – am Pult. Jede katholische Kirche in der Welt wurde nach diesem Muster umgebaut.

Die Umgestaltung der Kirche in Bernau, die 1964-1966 unter Pfarrer Alfons Schneider erfolgte, ist nicht besonders gelungen. Zuständig für den Umbau war Herr Architekt Gottfried Zawadski aus Kamenz. Ende April 1966 war die Weihe des neuen Altares. Pfarrer Beier wurde kurz danach, am 19. Juni eingeführt. „Ich war nicht gerade glücklich über die völlig umgestaltete Kirche. Der Tabernakel auf einer Stelle und das Relief am Ambo stammen von Herrn Schötschel. Die große Herz-Jesu-Figur kam erst einige Jahre später in den Altarraum zurück. Zum 100-Jahr-Feier werden noch einige Dinge verändert, u.a. kamen die Platten in den Altarraum. Das Abendmahl-Relief, seitlich von Tabernakel, stammt aus dem einstigen Hochaltar und fand dort seinen Platz in Erinnerung an früher.“

Ja, ich bin auch der Meinung, dass man mit dem, was gemacht wurde, nicht besonders glücklich sein kann. Die auseinandergenommenen Teile des alten Altars, 1968 von schon erwähnten Friedrich Schötschel neu gemacht, sind sehr schön, aber unvorteilhaft platziert. Das Tabernakel steht auf einem kleinen Tisch rechts vom Altar, der Lesepult – links. Vorne an der Apsis-Wand sind drei Altarteile in Form eines Tryptychons angebracht, schmucklose Spanplatten, auf der mittleren die alte Christus-Figur aus der Entstehungszeit. Merkwürdig. Originell, aber merkwürdig. Genauso merkwürdig scheint mir der kleine, irdene Weihwasserbehälter, der wie ein polnischer Gurkentopf aussieht. Oder gar einer ist. Bevor ich mit meinen Recherchen fertig werde, werde ich noch ein paar solche bescheidenen Behälter sehen. Wir sind in der Uckermark, es ist ein armes Land. Gewesen.

Seelsorge in Hoffnungstaler Anstalten

Bevor Ulitzka mit dem nächsten Kirchenbau – Katholisches Pfarramt St. Marien in Biesenthal – richtig anfangen konnte, fand er 1905 die nächste wichtige Aufgabe, als in seinem Pfarrgebiet die Hoffnungstaler Anstalten Lobetal durch Pastor Friedrich von Bodelschwingh gegründet wurden.

Bodelschwingh, 1905 schon ein alter Mensch, hatte damals bereits die Verwirklichung mehrerer sozialer Projekte hinter sich, die allesamt nach dem Motto Arbeit statt Almosen organisiert wurden. Eine seiner letzten Gründungen lag in der Umgebung Berlins. In dem heute 15 km nördlich gelegenen „Hoffnungstal“ ließ er eine Arbeiterkolonie anlegen – eine Zufluchtsstätte und Herberge für die Obdachlosen der Hauptstadt. Die Arbeiterkolonie umfasste drei Dörfer: Rüdnitz, das alteingesessene Dorf, und zwei neu gegründete Dörfer, Lobetal und Hoffnungstal. (Sehr passende Namen. Lobe den Herren, meine Seele, lobe und verliere niemals die Hoffnung).

Unter den Bewohnern der Anstalt befanden sich sowohl Menschen evangelischen Glaubens als auch Katholiken. Ulitzka besprach die Lage mit dem Pastor von Bodelschwingh und übernahm die Seelsorge seiner in der Arbeiterkolonie weilenden Glaubensbrüder, unter denen auch viele Polen zu finden waren.

In Lobetal gab es ein kirchenähnliches Gebäude (heute: Verwaltungshaus), das zuerst eine provisorische Kirche in Berlin gewesen war, die Pastor Bodelschwingh nach Lobetal kommen ließ.

Dieses Haus diente vor allem als Ess-Saal, man hielt dort aber Gottesdienste ab und bei Bedarf wurde es auch als Leichenhalle benutzt. Dort zelebrierte Ulitzka einmal im Monat die katholischen Messen, bei großer Nachfrage auch auf Polnisch. Danach, als die neue evangelische Kirche gebaut wurde, fanden dort auch die katholischen Messen statt.

Die zweite Gelegenheit der Betreuung der Katholiken aus den Hoffnungstaler Anstalten bot sich auf dem Gut der Begründer der Bekleidungskette Peek & Cloppenburg. Sie stellten einen Pferdestall als provisorische katholische Kapelle zur Verfügung.

Alles schien bestens geregelt zu sein. Aber nein, ein unermüdlicher Kirchenbauer wie Ulitzka konnte nicht umhin, hier eine Kirche oder mindestens eine Kapelle bauen zu wollen. Er wollte, nein, er musste sie bauen! Das Geld wurde zusammengebettelt, auch Pastor Friedrich von Bodelschwingh spendete eine erhebliche Summe. Man wählte für den Neubau ein Stückchen Wald zwischen Rüdnitz und Hoffnungstal. Es gab bereits eine Baugenehmigung und man hat schon Bäume gefällt. Auf tausend Quadratmetern ragten nur Baumstümpfe empor. Es sah wie eine Wartehalle in einem Bahnhof aus, daher wurde es unter den Koloniebewohnern katholischer Bahnhof genannt.

Guido Hitze schreibt, dass Ulitzka hier seinen zweiten Kirchenbau errichtete. Der Text ist merkwürdig vage und irgendwie unwissenschaftlich, es fehlen genaue Angaben, wo und wann die Hoffnungstaler-Kirche gebaut werden sollte. Es gibt auch keine Fotos und keine Berichte über die Gottesdienste, die dort angeblich stattgefunden haben. Ich schrieb Frau Elisabeth Kruse an, die Pastorin der Lobetaler Kirche an und stellte die Frage: Gibt es eine katholische Kirche in den Anstalten? Hat es sie je gegeben? Am nächsten Tag rief sie zurück. Nein, eine katholische Kirche oder eine Kapelle ist in den Hoffnungstaler Anstalten NIE gebaut worden! Ich soll nach Lobetal kommen und mit Herrn Andreas Buntrock reden. Der würde es mir alles genau erzählen. Am nächsten Tag bin ich nach Lobetal gefahren. Ich habe mit Herrn Buntrock, dem emeritierten Diakon der Hoffnungstaler Anstalten und Kenner der Geschichte dieser Ortschaft, gesprochen. Ja, sagte er, Ulitzka wollte hier bauen, und von Bodelschwingh wollte es auch. Und trotzdem ist es nie dazu gekommen. Wieso? Das weißt man heute nicht mehr.

In der Chronik der katholischen Kirche in Biesenthal finde ich einen interessanten Eintrag: April 1985: Wiederaufforstung unseres Waldgrundstückes in Rüdnitz. Ob damit der katholische Bahnhof gemeint ist? Herr Buntrock sagte mir, dass es die alte Waldlichtung nicht mehr gibt.

Und so habe ich erfahren, dass eine Journalistin, die lediglich mit Menschen redet, manchmal mehr erfahren kann als ein Wissenschaftler mit ungehindertem Zugang zu allen möglichen Archiven und Bibliotheken.

Kirche in Biesenthal

Katholisches Pfarramt St. Marien
Bahnhofstraße 162
16359 Biesenthal

Eine wunderschöne Kirche, ruhig, schlicht, elegant. Auch sie ein Baudenkmal wie die Kirche in Bernau. Den Bau dieser Kirche begründete Ulitzka somit, dass in der Sommerzeit ca. 100 katholische Schnitter aus Polen in die Gemeinde kommen, um bei der Ernte zu arbeiten. Sie hatten Anspruch an einen würdigen Gottesdienst, den er, Ulitzka, ihnen doch auf Polnisch halten kann.

Pfarrer Horst Pietralla von Biesenthal erzählte mir, dass man Ulitzkas Spendenaufrufe für seine Kirchen nicht mehr hören wollte. Dann kam er auf eine erfolgreiche Idee. Ich werde, sagte er, eine barocke Kirche bauen. Dies hat geholfen, zumal seine Geldgeber und Spender aus dem Bayrischen stammten, wo man große Stücke von der barocken Kirchenarchitektur hielt. In Windeseile hat derselbe Architekt, Paul Überholz, der bereits in Bernau tätig war, eine neue Kirche entworfen und gebaut, eine der ganz wenigen barocken Kirchenbauten im Erzbistum Berlin. Pfarrer Beier sagte mir, dass die Salvator Kirche in Lichtenrade ebenfalls barocke Züge vorweist.

Die Biesenthaler Kirche wurde am 10. Oktober 1910 eingeweiht. Die Bänke, die Fußbodenplatten, die Farbgebung sind authentisch, aus der Bauzeit also. Dh. im Gegensatz zu der Kirche in Bernau ähnelt die Kirche sehr dem, wie sie zu Zeiten ihres Stifters ausgesehen hat. Sie ist auch sehr gepflegt und sehr gut besucht. Leider ist Pfarrer Pietralla, der kurz vor dem Kriege geboren ist und 1953 sein Abitur machte, der letzte Pfarrer in der Gemeinde. Ist er weg, wird die Kirche geschlossen. Schade, weil sie sehr gut besucht ist. Es kommen ca. 80 Personen zu Hochmessen, darunter etwa 20 Kinder. Es gibt 15 Ministranten (mehr Mädchen als Jungs!) und eine achtköpfige Blaskapelle, deren Chef Biesenthals Bürgermeister ist. Im wunderbar gepflegten Garten steht eine Campanile mit einer Glocke, die noch zu Ulitzkas Zeiten aus Hildesheim geliefert wurde, zuerst nach Bernau, dann nach Biesenthal. Da der Glockenturm aber für drei Glocken gebaut wurde, hat sich Pfarrer Pietralla um den Erwerb zwei weiterer Glocken bemüht. Mit Erfolg. Neue Glocken werden noch im Jahre 2015 eingesetzt. Sie waren nicht teuer, erklärt mir Pfarrer Pietralla, die kleinere kostete 3000 Euro, die größere – 5000. Mehr wird das Bestimmen der Glocken kosten, zumal sie auch mit den Glocken in der evangelischen Kirche abgestimmt werden. Pfarrer Pietralla betont dabei, dass die dafür ausgegebenen Gelder nicht für soziale Zwecke vorgesehen waren. Ich brauche diese Erklärung überhaupt nicht, sie ist für Kritiker gedacht.

In der Kirche gibt es einen wunderbaren Altartisch, der ebenfalls von Friedrich Schötschel angefertigt wurde. Seine Werke (u.a. Tabernakel und Taufbeckendeckel) hatte ich bereits in Bernau gesehen. In Biesenthal war er lange Zeit zwischen 1969 und 1986 tätig. Aus seiner Hand stammten nicht nur der Altartisch im schlichten Barockstil, der gut mit der Kirche harmoniert, sondern auch ein Vortragekreuz und das Kirchenportal. Auf der Innenseite des Portals sind Verse von Gertrud von le Fort und Rainer Maria Rilke in Kupfer eingearbeitet.

Pfarrer Pietralla stellt mir die Kirchenchronik zur Verfügung. Was wirklich rührt ist der erste Eintrag der Chronik: 25.3.1902: Am Fest Maria Verkündigung hält der Pfarrer von Bernau, Carl Ulitzka, den ersten katholischen Gottesdienst seit der Reformation in Biesenthal in einer Notkapelle. Als Notkapelle dient das Gartenhäuschen des Herrn Neumann in Biesenthal, Schulstraße 28. Die Laube bestand aus Stube und Küche. Der Trennwand wurde entfernt und so entstand ein Raum von 9 m Lange und 3 m Breite. Die Höhe betrug 1,9 m. Dies hat ein Maler festgehalten und das Motiv wurde als Postkarte und zugleich Bittbrief gedruckt:

Leider reichen die vorhandenen Mittel nicht aus, schrieb Ulitzka. Ich muß daher betteln, obgleich ich weiß, wie schwer es ist, und dass weite Kreise des Gebens müde geworden sind.

Der letzte Teil in ein paar Tagen

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