Villa, Ausstellung, Filme, Brunch

Podlasie meets Berlin

 

 

 

 

Im Rahmen der Ausstellung veranstaltete am Sonntag 28. April filmPOLSKA den Festivalbrunch in der Villa Westend. Hier traf Kunst auf kulinarische und filmische Spezialitäten aus der Region Podlasie im Nordosten Polens präsentiert von den Kuratoren des Filmfestivals Żubroffka. Bei dieser Gelegenheit könnte man sich auch eine Ausstellung von 20 Künstlern – Studierende und Dozenten der Kunstakademie Stettin/Szczecin – anschauen.

Die Villa, die die Gabriele Fink Stiftung aus Hamburg zur Verfügung stellte, ist zum Abriss bestimmt. Das Thema der künstlerischen Auseinandersetzung mit dem Ort und dem Zeitgeist war „The End“.

Mehr oder weniger so viel fand man(findet man immer noch) in einer kurzen Beschreibung des Tages und des Events auf der Internetseite des Festivals. Dazu gibt es eigentlich nur ein Foto von der Villa, kein von Kunstobjekte, kein Wort über Filme, die während des Brunches gezeigt wurden, dafür aber… (Fotos Joanna Jakubiuk)

Schön arrangiert sind all die Würste auf den Fotos. Vielleicht sahen die Servierplatten tatsächlich so aus. Kann ich nicht sagen, weil ich sie nicht gesehen habe. Vor den Filmen sah die Wirklichkeit viel prosaischer aus, keine grüne Zweige, keine üppige Beerendolden, aber (zugegeben) viele schöne Äpfel. Wenn man in den Buffetsaal nach den Filmen kam, gab es zwar immer noch sehr viel Fleisch, Wurst, Gurken, Brot und Äpfel, aber von der Schönheit des Fleischfressens ist nix geblieben, es war eh eine Landschaft nach der Essschlacht. Oder (was ich leider vermute) gab es das Schöne nur fürs Fotografieren und das Bildliche stimmte mit dem Gegessenem überhaupt nicht überein. Genauso wie das einzige Foto von der Villa (oberes Foto unten) nicht das zeigte, was wir an diesem Sonntag gesehen haben.

Aber zum Glück war das, was wir sahen, viel schöner als das, was uns Festival-Portfolio anbietet. Dieses bemalte Haus machte schon Geschichte in Berlin und ganz viele Leute, die vom Festival und der Ausstellung gar nicht wussten, wussten doch, dass es am Ende der Stadt eine Villa gibt, die von den Kunststudenten aus Polen rot bemalt wurde…!

Ich versuche den knappen Bericht des Festivalsmachers ein Bisschen mit meinen eigenen Fotos und Impressionen zu ergänzen. Zuerst: kein Mensch hat verstanden, weshalb diese schöne fin de siecle Villa zu dem Abriss bestimmt ist. Jeder von uns dachte: aber wieso, wieso? Und die nächste Frage: Wenn sie schon weg ist, was wird hier entstehen? Noch ein Bürohaus? Ein Hotel? Eine Apartment-Siedlung für die Reichen? Es gab Zeiten, dass sich Berlin damit schmückte, arm aber sexy zu sein. Vorbei. Jetzt sind wir weiterhin arm, gar nicht sexy und an Reichen ausverkauft.

Die nächste Frage bereiteten uns die Filme. Wieso hat man sich für solch ein Motto entschieden: Podlasie atakuje (Podlasie greift an)? Das war schon 15. Festival der Filme aus Podlasie, in Berlin aber (glaube ich) das erste Mal gezeigt. Ohne Vorgeschichte fällt einem nicht ein, weshalb drei kurze Dokufilme (den vierten wollte man schon gar nicht mehr sehen, weil alle zum Buffet wollten), schön, ruhig, etnografisch-poetisch, plötzlich als Angreiferprodukte dargestellt werden sollen. Man hat sich sicher etwas dabei gedacht. Aber was?

Und letztendlich die Kunst. So lange man nicht wusste, dass das Thema der Ausstellung „The End” war, könnte man die 40 mit der Kunst „befallenen” Räume wirklich bewundern. Aber das Thema bereitet einem Kopfschmerzen vor. OK, die schönste Instalation (leider ist mir das Foto nicht gelungen) bildete einer auf dem Fussbpoden in einem Klo liegende Männeranzug, hergestellt aus der Klein-Fliesen-Matte, genauso einer wie die aus der Jahre zuvor der Fußboden gefertigt wurde. Der graue Anzug als der Überbleibsel von einem Mann, den es nicht mehr gibt, das Ende also.

Aber ein Kreis der Salzkristalle im Garten? Ein roter (lustig gefederter) Schnabeltier? Eine Glasflasche voller Wasser, in dem sich die Klänge der Umgebung angesammelt haben? Ein Raum voller Gegenstände, die nicht das sind, was sie darstellen (eine Fußmatte wie eine metallne Reibe, ein Mülleimer aus grünen Lutschbonbons, die Teller aus Pelz – vielleicht ein Hommage an Meret Oppenheim)? Symbolisieren sie „the End”? Keine Ahnung. Aber schön sind sie, keine Frage. Oder waren. Die Ausstellung ist nämlich zu Ende. Also „The End”.

Die Ausstellung gibt es nicht mehr, aber ich glaube die rote Villa kann man immer noch sehen, wahrscheinlich bis sie abgerissen wird. Es lohnt sich, hinzugehen, zumal es auch gegenüber eine schöne halbwilde Grünanlage mit Skulpruren gibt: Pillkaller Allee 2 in 14055 Berlin.

Weitere Filmberichten folgen.

Informacje o ewamaria2013

Polska pisarka w Berlinie
Ten wpis został opublikowany w kategorii Ewa Maria Slaska i oznaczony tagami , , , , . Dodaj zakładkę do bezpośredniego odnośnika.

Jedna odpowiedź na „Villa, Ausstellung, Filme, Brunch

  1. Forti pisze:

    Woah ! Super ! 😉

Skomentuj

Wprowadź swoje dane lub kliknij jedną z tych ikon, aby się zalogować:

Logo WordPress.com

Komentujesz korzystając z konta WordPress.com. Wyloguj /  Zmień )

Zdjęcie na Google

Komentujesz korzystając z konta Google. Wyloguj /  Zmień )

Zdjęcie z Twittera

Komentujesz korzystając z konta Twitter. Wyloguj /  Zmień )

Zdjęcie na Facebooku

Komentujesz korzystając z konta Facebook. Wyloguj /  Zmień )

Połączenie z %s

Ta witryna wykorzystuje usługę Akismet aby zredukować ilość spamu. Dowiedz się w jaki sposób dane w twoich komentarzach są przetwarzane.