7 uczuć / 7 Gefühle


Foto: 7emotions1©WFFiD

Aus der Pressemappe des Festivals:

Kategorie: Neues Polnisches Kino
Polnischer Titel: 7 uczuć
Deutscher Titel: 7 Gefühle / 7 Emotions
Produktionsjahr: 2018
Dauer: 01:56:00

Regie: Marek Koterski
Drehbuch: Michał Koterski
Kamera: Jerzy Zieliński
Darsteller: Joanna Kulig, Michał Koterski, Gabriela Muskała, Cezary Pazura, Andrzej Chyra, Robert Więckiewicz, Katarzyna Figura, Marcin Dorociński, Sonia Bohosiewicz
Musik: Marek Koterski, Arkadiusz Grochowski

Marek Koterski ist ein Regie-Klassiker des polnischen Kinos wie seine Kult-Kunstfigur Adaś Miauczyński, die schon durch diverse Filme geisterte. Nach sieben Jahren kehrt der Vollzeit-Neurotiker wieder auf die Leinwand zurück. Von seiner Psychologin erfährt er, dass er unzufrieden mit seinem Leben sei, weil er als Kind nicht gelernt habe, mit sieben elementaren Gefühlen umzugehen: Angst, Wut, Trauer, Freude, Ekel, Eifersucht und Scham.

Also macht sich Miauczyński auf eine Gedankenreise in seine Kindheit, genauer in die Zeit der anbrechenden Pubertät. Was folgt, ist eine Reise in die Emotionen von Präpubertären, der seinen Koterski-typischen surrealistischen Einschlag dadurch bekommt, dass alle Rollen bis in die kleinsten Nebenfiguren mit Erwachsenen besetzt sind. Die grandios agierenden Schauspieler_innen erzeugen in einer beeindruckenden Ensembleleistung mit satirischen Überzeichnungen einen bestechenden emotionalen Realismus, den Koterski geschickt nahezu musikalisch auskomponiert.

Meine 7 Gefühle zu dem Film:

1.

Man muss unbedingt erwähnen, dass es Koterski gelungen ist, die besten (und auch berühmtesten) Schauspieler des heutigen Polen für seinen Film zu gewinnen. Somit ist eine Art des polnischen „Orientexpress” entstanden, ein Film in dem in den kleinsten und unbedeutensten Rollen die Stars spielen.

2.

Interessant scheint mir, dass in dem Film, in dem es um Gefühle geht, die wichtigsten in unserem Leben, gar nicht die Liebe erwähnt ist. Es sind, wie schon oben gesagt, Angst, Wut, Trauer, Freude, Ekel, Eifersucht und Scham. Die aus dem off sprechende Psychoanalytikerin erklärt dem protagonisten, dass es die Liebe gar nicht gibt und sie lediglich eine Mischung aus den anderen Gefühlen ist. Darüber kann man natürlich diskutieren, wenn man diese Liste dieser vermeintlich wichtigsten Gefühle selber analysiert. Wo ist die Begierde dann, wo die Geborgenheit, wo Anerkennung, wo der Andere als Projektionsfläche unserer Bedürfnisse, wo Vertrauen, Feundschaft, Wissensdrang?

3.

Ich finde, es ist ein guter Film, sehr guter sogar, werde ihm aber seinen Anspruch an Universalität der conditio humana nicht anerkennen. Es ist einfach ein lustiger, ironischer Film über die Welt unserer Kindheit in der komunistischen Polen, und dazu noch die Welt, wie ihn der Regisseur selber sieht.

4.

Ich muss aber gestehen, dass mir der Film etwas zum Nachdenken gab, obwohl wir, allzukluge Metropolis-Menschen, ungern gestehen, dass es noch etwas gibt, das uns zum Nachdenken verleitet. Im Vorspann seines Films schrieb Koterski einen Zitat von dem Psychotherapeut Andrzej Samson: Kindheit das sind 5000 Tage, davon erinnern wir uns an 400 Stunden. 

Der Satz beschäftigt mich jetzt ununterbrochen. 5000 Tage sind ca. 14 Jahre, eine Zeitspanne, die in unserer Zeiten mit einer tiefen Zäsur endete – wir gingen aus der Grundschule in die weite Welt, ins Lyzeum, Technikum oder Hauptschule. Unsere Wege gingen auseinander, es hätte sein können, dass wir uns nie mehr im Leben treffen werden. Diese 5000 Tage sind ein klarumrissener Zeitabschnitt, an den ich mich sehr gut erinnern kann. Schlimmer geht es mir mit diesen 400 Stunden. Ich kann es nicht umhin, irgendwann werde ich meine Ereinnerungen auflisten und nummerieren müssen, um nachzuprüfen, wie es bei mir ist. Erinnere ich mich an 400 Stunden? Mal denke ich, ach Quatsch, man kann sich doch an viel mehr erinnern als die kümmerlige 400 Stunden, dann aber kommt ein nüchterner Gedanke, dass ich gar 100 Stunden nicht ansammle, geschweige denn 400, dass ich mich mein ganzes Leben lang, immer wieder Marcel Proust lesend, mich nur mit seiner Erinnerungsvermögen beschäftigt hatte und für mich keine eigene Methode entdeckt habe, mich an MEINER Kindheit zu erinnern. Zeitlang hasste ich meine Kindheit und fürchtete mich von ihr zugleich. Allein das Wort Kindheit – dzieciństwo – ist mir verhasst gewesen. Es hat sich geändert, jetzt bin ich 70 und mag meine Kindheit. Wann ist es passiert? Weshalb? Und was tatsächlich ist mir in Gedächtnis geblieben? 400 Stunden. Ich danke Marek Koterski für diese Inspiration.

5.

Die Tatsache aber, das Koterski seinen Film mit diesem Zitat von Andrzej Samson beginnt, bereitet mir einen mulmigen Gefühl. Der Andrzej Samson ist nicht irgendeiner, der ist Einer! Ein Mann, mit dem wir kontroverse, ach was! – ekelhafte Gefühle verbinden. Geboren 1947, gestorben 2009, war er einer der wichtigsten Psychologen Polens, einer der die Psychologie in die in Kommunismus verpönnte Psychotherapie und Psychoanalyse geführt hat. Eine Berühmtheit, einer, der behauptete, er kann mit seiner Methoden gar Autismus besiegen. Ein Gott, ein Besieger des Bösen, ein Meister… Und dann kam so ein Skandal, wie man ihm eigentlich im nüchternen polnischen Leben nicht vermutet, ein Skandal wie in einem amerikanischen Film, ein Fall des Ikarus von dem klaren Himmel in die Meerestiefe. Samson sollte die Kinder, die er betreute, misbrauchen. Er fertigte Pornofilme und -fotos mit seinen kleinen Patienten und verbreitete sie im Netz. Wohl wahr, es ist nie gerichtlich zweifellos bewiesen, dass er das alles tat, er selber hat nur („nur”!) zugegeben, Pornografie mit seinen Patienten herzustellen, weil es ein wichtiger Teil seiner Heilungsmethode bildete. Die Presse nannte ihm Bestie und Monster…

Marek Koterski weißt, was er tut. Er weiß, wessen Satz (egal wie wundebar und klug) er seiner Filmgeschichte voranstellte. Was sagt er uns damit? Sind wir alle missbraucht worden in unserer Kindheit? Ist es der Grund, weshalb wir oft unsere Kindheit aus unserem Leben verbannen, sie hassen und uns an nur 400 Stunden erinnern, also ca. einen Monat aus den 14 Jahren?

6.

Die Filmkinder wollen sterben. Versuchen zu sterben. Es ist wahr. Es kann wahr sein. Ich weiss (dass ist eine Minute von dieser 400 Stunden), dass ich ja auch sterben wollte. War es nur damals so, oder ist es unzertrennlich von der Pubertät? Wieso weiß ICH gar nichts darüber? Wieso habe ich mich NIE dafür interessiert, ob meine individuelle Erfahrungen sich durch das allgemein Wissen erklären ließen?

7.

Der Film ist für mich Polnisch durch und durch und für alle Aussenstehende unzugänglich. Was verstehen die deutschen Zuschauern von ihm? Hat es Sinn, so einen Film bei einem Festival FilmPolska im Ausland zu zeigen?

 

 

 

 

Informacje o ewamaria2013

Polska pisarka w Berlinie
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4 odpowiedzi na „7 uczuć / 7 Gefühle

  1. tibor pisze:

    am sommtag, 11 september 2005, schrieb ich auf einen von mir besuchten blogs:

    Kochajmy sie, jest fajnie.
    Sprawa Andrzeja S., albo biedni psychiatrzy – czyli psychuszka dzisiaj.

    Charakterystyczny dla naszej zabawowej epoki jest infantylizm. W niczym nie wyraza sie on lepiej niz w pedomanii.
    Najlepiej opisal to Witold Gombrowicz w “Ferdydurce”, a wprowadzil w zycie komsomol.
    Oczywiscie pedomania ma rozne oblicza, a lekkim pedofobem jest wlasciwie kazdy, kto przestal byc szczeniakiem, a sie nie zeswoloczyl.
    O ile przypadki patologicznej pedofobii nie interesuja nas specjalnie, a postac rencisty Jana N., strzelajacego z wiatrowki do wyrostkow na podworku, szybko znika z ekranow i gazet,
    o tyle twarz Andrzeja S. nabiera coraz ostrzejszych konturow, tak, ze widac juz kropelki sliny w kaciku ust i lupiez na wiatrowce.
    Pedofobii sprzedac sie nie da – ktoz chce, rano, powiedzmy szczerze, przy herbacie i grzankach z marmolada truskawkowa, czytac o skrobankach, czy niemowlakach marynowanych w kapuscie?
    Rewolta mas postawila psychiatrie na miejsce inkwizycji i Torquemadas laduja dzisiaj przed sadem; casus Paetz i Jankowski.
    I niczym na dzikim zachodzie, skazuje sie mordercow za przestepstwa podatkowe, dokonuje samosadow i wiesza bogu ducha winnych.
    Na tym tle wydaje sie byc pedomania spoiwem szczegolnym dla infantylnego tlumu konsumentow, a „czlowiek, ktory ugryzl psa“, Andrzej S. – idealnym medium.
    To delikatne, elekroniczne, zamglenie partii oczu, ktore podkresla zmyslowosc ust – jest jednoznaczne: kochajmy sie, jest fajnie.
    Byc moze ma racje Henryk Broder, ktory mowi, ze III wojna swiatowa juz sie dawno zaczela, tylko my nic o tym nie wiemy?
    Niech 137 album Michaela Jacksona da na nam na to odpowiedz.
    T.J.

    • tibor pisze:

      p.s.
      anm.
      wiatrowka hat in der polnischen sprache zwei bedeutungen, so bezeichnet man/frau ein luftgewehr, eine waffe, oder ein kleidungsstück – sakko

  2. Teresa pisze:

    Dosyc prosto skomentuje ten film, ktory dosc dawno (moze rok temu) widzialam w Polsce.
    Wywolal on ekstremalnie rozne odczucia wsrod mojej grupy zawodowej (psycholodzy), od uznania go za bardzo dobry, az do uznania go za kompletnie kretynski. Oczywiste, ze ma to cos wspolnego z naszym wlasnym dziecinstwem, gdzie wpadamy latwo w siec skojarzen, identyfikacji, lub buntu.
    Napewno jednak absolutnie wspolnym jest to jedno, ze film wspaniale ukazal ogromny dystans emocjonalny miedzy rodzicami i dziecmi, samotnosc tych ostatnich, brak jakiegolwiek zrozumienia
    ze strony rodzicow, brak jakiekolwiek wiedzy o wlasnym dziecku, ktore z bezradnosci w ogromnym wszedzie zagrazajacym swiecie nie znajduje miejsca i nie chce w nim zostac. Ten problem wcale nie jest dzis inny, ale juz dzieci i pozniej mlodziez znajduja bardzo szybko „oparcie” w roznego rodzaju dostepnych nalogach…
    Niektorym nie udaje sie w ten sposob uciec od problemow, natomiast czesto naprawde uciekaja z zycia.
    Wyraz niem. „Missbrauch” jest moim zdaniem duzo bardziej adekwatny od polskiego wyrazu „wykorzystanie”, a ktory zostal uzyty w artykule/wpisie autorki.
    Jesli chodzi o A.Samsona, kiedy sie mowi o problematyce pedofilii, mozna z doswiadczenia ogolnego i zawodowego powiedziec tylko tyle, ze potwierdza sie na kazdym kroku zdanie:
    ” najciemniej jest pod latarnia”.
    „Missbrauch” w tym fllmie jest widoczny i robi czlowieka doroslego, (kiedys dziecka) czasem dosc smutnym i snujacym rozne przemyslenia..
    Dzieci byly i dzis rowniez ciagle sa „wykorzystywane” emocjonalnie i socjalnie:
    jako wizytowki rodzicow, jako nosiciele narcystycznych ambicji rodzicow, jako „barometr” zdolnosci pedagogicznych nauczycieli, jako objekty odreagowania frustracji doroslych w domu i w szkole.
    Cala patologiczna struktura swiata doroslych od samego poczatku jest noszona na barkach dzieciecych.
    A najnormalniejsza, najzdrowsza osoba okazuje sie byc pani sprzatajaca, ktora reaguje po prostu sercem, ktora ma oczy otwarte i kieruje sie instynktem czlowieka dobrego, niezdemoralizowanego chorymi ambicjami.
    Pewnie jako dziecko, czytala pod pierzyna, z latarka…. „Malego Ksiecia”….

  3. tibor pisze:

    obojetnie co andrzej s. by nie popelnil, to 4 lata i 7 miesiecy tymczasowego aresztu bylo iscie orientalne, nieludzkie,a moim zdaniem byl on tylko czubkiem gory lodowej,wypuszczono go na dwa miesiace przed smiercia, zabral do grobu wiele odpowiedzi na pytania, ktore nalezalo mu postawic;

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