Lotte Laserstein und die Katzen

Ewa Maria Slaska

In der Berlinischen Galerie gibt es bis 12. August 2019 eine Ausstellung von Lotte Laserstein, eine von vielen vergessenen Künstlerinnen, die sich vor dem Kriege eine interessante Karriere aufgebaut haben, der die Hitlers Herrschaft, Krieg, Vernichtung und die dem Krieg folgende Teilung der Welt in Ost und West ein jähes Ende setzten.

Lotte Laserstein ist eine von denen, glücklicher als die anderen, als Julia Wolfthorn zum Beispiel, weil sie überlebt hat, aber, zugleich eine, die, wie viele Andere, wie Dodo, wie Jeanne Mammen oder Margarete Kubicki, oder gar Hannah Höch, in Unwichtigkeit oder gar Vergessenheit geraten waren. Welche Mühe, sie alle jetzt dem kunstinteressierten Publikum wieder zu präsentieren.

Lotte Laserstein (*1898 in Preußisch Holland im ostpreußischen Oberland; †1993 in Kalmar, Schweden) war eine deutsch-schwedische Malerin. Sie gilt als bedeutende Vertreterin der gegenständlichen Malerei der Weimarer Republik. 1937 emigrierte sie  nach Schweden. In Schweden war sie bis zu ihrem Tod als Porträtistin und Landschaftsmalerin tätig. Die in den 1920er und 1930er Jahren in Deutschland entstandenen Bilder stehen der Neuen Sachlichkeit nahe und gelten als der Höhepunkt ihres umfangreichen Schaffens. In Schweden war Lotte zwar immer noch als Malerin tätig, ihren Ruhm, den sie eine kurze Zeit in Berlin genossen hat, erlangte sie nie wieder.

Sie wird zwar der Neuen Sachlichkeit zugerechnet und tatsächlich war sie, was die Themen betrifft, eine moderne, emanzipierte Frau, aber in ihrem Schaffen war sie eine Traditionalistin. Sie war unglaublich stolz auf ihre künstlerische Bildung. Darauf, dass sie schon als junges Mädchen eine Kunstschülerin war. Sie und ihre Familie lebten in Danzig, wo Lottes Tante, Else Birenbaum eine Kunstschule leitete und selber dort lehrte. Lotte war als sehr junges Mädchen in der Ausbildung bei ihrer Tante und deshalb, wie uns unsere Kunstführerin erzähle, seit eh wusste, dass in der Kunst eine Frau einem Mann gleichberechtigt ist und sie die Kunst sowohl lehren als auch lernen kann. Als sie nach Berlin kam, war sie eine der ersten Studentinnen, die in der Königlichen Hochschule der Künste lernen dürfte. Mehr noch – sie dürfte gar die Aktmalerei studieren, darunter auch die Männerakte malen!

Lotte widmete sich der Staffelmalerei, dem Porträt und der Landschaft, und hielt nicht von der Moderne. In bester rembrandtschen Maniere malte sie verschiedene Stoffe so, dass man in einem Leinenkittel jede Falte sieht und in einem Katzenfell jedes Haar. So wie hier, in ihr Selbstbildnis mit einer Katze.

Das Bild ist exemplarisch für das Œuvre von Lotte Laserstein. Sie malte gern Porträts und darunter auch mehrere Selbstporträts. Sie schilderte sich oft als Künstlerin, als eine Malerin, die ihr Können gern zur Schau stellt, mit Attributen ihrer Zunft, was vor Kurzem nur den Männern erlaubt war. Sie liebte die Porträts mit dem Fensterblick im Hintergrund, wo man die Stadthäuser sehr genau wahrnahm. Und sogar die Katze war ein Beweis, dass sie alles kann, was sie sich vornimmt, weil die Katze musste doch sehr lange unbeweglich sitzen, wie jedes Modell auch (man munkelt, dass die Katze jeweils vor der Sitzung von einem guten Schluck Brandy betäubt wurde, aber ob es stimmt?)

Lotte wusste sehr geschickt, wie sie sich positionieren soll, wie sie ihre Kunst selber fördern kann. Sie engagierte sich im Frauenbund, sie schickte ihre Bilder zu Wettbewerben und Ausstellungen. Sie gründete auch eine Malschule für Studenten der Akademie der Künste, die an ihrem Abschluss-Portofolio gearbeitet haben. Mit ihrer StudentInnen fuhr sie unter anderen nach Worpswede, wo eine der berühmten deutschen Künstlerkolonie entstanden ist. Dort ist ihre Bilderreihe Dorfkinder entstanden. Ob diese Katze wohl auch betäubt werden müsste, darüber schweigt man.


Berlinische Galerie

Landesmuseum für Moderne
Kunst, Fotografie und Architektur
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Alte Jakobstraße 124–128
10969 Berlin

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