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Entschuldigen Sie bitte, meine lieben Leser. Aus den Gründen, die ganz und völlig nur von mir hingen, ist der heutige Beitrag entfernt worden und der neue – ein Reblog – kommt erst jetzt. Dafür aber sehr interessant. Aber – Achtung! es ist ggf. ein Spoiler. Dh. geht ihr zuerst ins Kino, um den neuen Tarantino Film zu sehen (Once upon the time in Hollywood) und erst dann kommt ihr zurück hier, um die Antworten auf die Fragen zu lesen, die Sie sich die ganze Zeit schon im Kino gestellt haben. Was ist das, ist es ein echter Western von damals, ist es eine Parodie, sollten wie es gesehen haben, macht sich Tarantino über uns lustig?

Unbedingt hingehen! Super Kino-Spass und 160 Minuten Intelligenz-Quiz!

Spiegel Online

„Once Upon a Time in Hollywood” Bei diesen Filmen und Serien hat Tarantino geklaut

Perfekte Imitationen, falsche Zitate: Tarantino verweist in „Once Upon a Time in Hollywood” auf etliche Vorbilder – die er zum Teil recht eigenwillig interpretiert. Hier die wichtigsten Kino- und TV-Bezüge.

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Leonardo DiCaprio in „Once Upon a Time in Hollywood”: Reminiszenz an die Serie „The F.B.I.”

Die Anzeigetafeln vor den Kinos preisen die Kinohits des Jahres 1969, aus den Fernsehapparaten lärmen die Western- und Krimiserien der Zeit. Für sein Filmbusiness-Panorama „Once Upon a Time in Hollywood” folgt Quentin Tarantino einem abgehalfterten Westerndarsteller (Leonardo DiCaprio) sowie dessen Stuntdouble (Brad Pitt) durch die Filmmetropole und träumt sich in eine zentrale Umbruchzeit der US-Unterhaltungsindustrie zurück: Als die jungen Wilden des New Hollywoods die Studios umkrempelten und die Langhaarigen die in Gut und Böse geordneten Fernsehverhältnisse mit ihren ordnungsgemäß frisierten Sheriffs und Detectives auf den Kopf stellten.

Tarantino zitiert, imitiert und imaginiert sich dabei seine ganz eigene Version von Hollywood zusammen. (Hier mehr). Viele der Kinofilme und Fernsehproduktionen, die in seinem 160-Minuten-Opus vorkommen, gibt es wirklich, andere existieren nur in der Fantasie des Film-Verrückten. Hier sind fünf Werke, bei denen sich Tarantino auf die eine oder andere Weise bedient hat.

Sharon Tate und Dean Martin in „The Wrecking Crew”

„The Wrecking Crew” (Deutscher Titel: „Rollkommando”)

In einer zentralen Szene von „Once Upon a Time in Hollywood” sieht man die junge Schauspielerin Sharon Tate, die in Wirklichkeit später von den Manson-Jüngern ermordet wurde, wie sie ihren eigenen neuen Film an einem ganz normalen Nachmittag im Kino sieht. Ein Moment von leiser Poesie: Tarantinos Tate-Darstellerin Margot Robbie schaut der echten Tate auf der Leinwand zu, wie sie in einer Hotellobby mit Filmpartner Dean Martin zusammenstößt. Das ganze Kino lacht, Robbies Tate schaut glücklich.

Die Spionage-Komödie „The Wrecking Crew” wirkte 1968 wie ein letzter, überdrehter Gruß des alten illusionistischen Hollywood. Dean Martin spielt darin ein Abziehbild seiner selbst und gibt das unverwundbare und unwiderstehliche Testosteron-Turteltäubchen. In einer besonders schönen Szene wird er von Damen in knappen Schürzchen und kecken Accessoires umsorgt und umtanzt. Eine der Damen trägt einen Hut, aus dem Feuer flammt, und beugt sich devot zum Agenten-Geck hinunter, auf dass er seine Zigarette an ihrem Haupt entzünden kann. Hier ist das alte Männer-Hollywood noch voll intakt, Tarantino darf selig seufzen.

Burt Reynolds (als Quint Asper) 1963 in „Gunsmoke”

„Gunsmoke” (Deutscher Titel: „Rauchende Colts”)

Tarantinos Filmheld, der Schauspieler Rick Dalton (Leonardo DiCaprio), war Mitte der Sechziger der Star der Westernserie „Bounty Law”, jetzt muss er sich mit Schurken-Nebenrollen über die Runden bringen. „Bounty Law” gab es nicht wirklich, sondern ist eine aus verschiedenen TV-Produktionen zusammengemixte Tarantino-Kreation. Neben „The Rifleman” ist hier vor allem der einstige Dauerbrenner „Gunsmoke” wiederzuerkennen. Unter dem Titel „Rauchende Colts” wurden in den Siebzigern auch wir Kinder des öffentlich-rechtlichen Rundfunks durch „Gunsmoke” mit dem Genre des Wohnstubenwestern sozialisiert.

Die Serie, für die Duelle und bedrohliche Situationen meist inhäusig in Szene gesetzt wurden, existierte mit wechselnden Hauptdarstellern von 1955 bis 1975. Tarantino dürfte sich vor allem von der Phase mit Burt Reynolds als von Komantschen abstammender Revolverheld Quint Asper (1962 bis 1965) inspiriert gefühlt haben. Wie Tarantinos fiktiver Held Dalton war auch der reale Reynolds durch den Fernsehpart berühmt geworden, beide haben eine ähnlich kompakte Körperlichkeit. Trotz der Parallelen fantasiert sich Tarantino mit „Bounty Law” aber auch seine ganz eigene Serie zurecht: Die Kaltschnäuzigkeit des von Dalton gespielten Kopfgeldjägers erinnert eher an spätere nihilistische Italo-Western als an die an Moral und Ordnung appellierende US-Fernsehwesternwelt der Sechziger.

Steve McQueen in „The Great Escape”

„The Great Escape” (Deutscher Titel: „Gesprengte Ketten”)

Katastrophen, Fehlschläge und verpasste Chancen prägen den Werdegang von Tarantinos strauchelndem Revolverheldendarsteller Dalton. Dessen größte historische Schmach: 1963 war er zu Probeaufnahmen zu dem Weltkriegs-Epos „The Great Escape” eingeladen, doch der Part ging nicht an ihn, sondern an Steve McQueen, der dann eben mit der Rolle des aufsässigen und aufrechten prisoner of war Captain Virgil Hilts endgültig zum Superstar aufstieg.

„The Great Escape” gibt es wirklich, der Film handelt von Kriegsgefangenen, die 1944 in einem deutschen Lager einen Massenausbruch planen, Regie führte John Sturges („Die glorreichen Sieben”), der den Western und den Action-Film modernisierte. Tarantino nutzt Sturges’ Dreistundenepos, um eine Vermischung von wahrer und fantasierter Filmgeschichte zu betreiben: Er zeigt seinen fiktiven Held Dalton bei Probeaufnahmen zu einer Szene, die für den echten Film genauso vom echten McQueen gespielt wurde. Der kommt in „Once Upon a Time in Hollywood” nicht so gut weg: Immer wieder lässt Tarantino seinen Film-McQueen (gespielt von Damien Lewis) auf Partys zerknirscht davon erzählen, wie er vergeblich versucht hat, Sharon Tate ins Bett zu kriegen.

Szene aus „The F.B.I.” mit Efrem Zimbalist Jr.

„The F.B.I.”

Einmal Cowboy, immer Cowboy. Eine weitere Bösewicht-Nebenrolle ergattert Tarantinos Dalton in einer Krimiserie: Er springt in seiner kleinen Szene mit Gewehr aus einem Wagen raus, so wie ein gun man, der sich vom Pferd stürzt. Es ist eine kleine Rolle, die sein Agent für ihn in der Serie „The F.B.I.” ergattern konnte, die tatsächlich zwischen 1965 und 1975 lief.

Der einflussreiche Fernsehproduzent und Autor Quinn Martin, der für das US-Fernsehen auch TV-Klassiker wie „The Fugitive” und „The Streets of San Francisco” entwickelte, arbeitete für die Serie mit dem FBI zusammen. Die Ermittlungsbehörde gab Informationen zu realen Fällen, die Martin dann nachstellen ließ. Kein Wunder, dass die FBI-Agenten immer recht heroisch wegkamen und die Schurken, wie Dalton einen darstellt, am Ende jeder Folge dingfest gemacht werden konnten. Tarantino ahmt für die Verfolgungsjagd und den Überfall der „F.B.I.”-Passage in seinem Film gekonnt den schnörkel- und atemlosen Matter-of-fact-Tonfall der Originalserie nach.

Bruce Lee in „The Green Hornet”

„The Green Hornet”

In einer Szene trifft der von Brad Pitt verkörperte Stuntman während einer Drehpause auf einen unsympathischen, klugscheißenden, prätentiösen Kampfkunstfatzken, den er schließlich in einer aberwitzig choreografierten Szene drehunfähig haut. Es ist der junge chinesisch-amerikanische Schauspieler Bruce Lee, der später als König des Martial-Arts-Kinos für Furore sorgen wird. Bei Tarantino wird er mit lustigen Springmesserbewegungen vom Schauspieler Mike Moh verkörpert.

Die „Once Upon in Hollywood”-Szene mit Bruce Lee spielt auf dem Set der Superhelden-Serie „The Green Hornet”, in dem Lee als Sidekick dem Titelhelden mit Chauffeurdiensten und Handkantenschlägen den Job erleichtert. Die Serie lief nur in der Fernsehsaison 1966/67 und wurde dann abgesetzt. Zweifel bezüglich des Bruce-Lee-Parts stammen von dessen Tochter, die sich darüber beschwerte, ihr Vater sei in Wirklichkeit gar nicht so ein Arschloch gewesen. Aber mal ehrlich: Die Wirklichkeit ist für Tarantinos Hollywood-Träumerei nun wirklich keine Bezugsgröße.

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Jedna odpowiedź na „Ersatzteile

  1. tibor pisze:

    znowu to samo; ten film to przede wszystkim i jak zwykle: jatka;
    tego pana i jego „ekipe” mialem nieszczescie poznac. podczas pracy, osobiscie;

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